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Bambuser sendet Live-Videos vom Smartphone

30.08.2009 | 14:06 Uhr |

Das schwedische Start-up Bambuser ermöglicht es seit Donnerstag, von Android-basierten Smartphones aus Videostreams in Echtzeit zu senden. Das mobile Live-Video-Service aus Nordeuropa sagt damit dem bisherigen Vorreiter in diesem Bereich, dem kalifornischen Start-up Qik, den Kampf an.

Neben Android wird Bambuser auch von den Smartphone-Betriebssystemen Windows Mobile, Symbian s60 und dem iPhone unterstützt. Bei Letzterem muss jedoch vorher ein Jailbreak durchgeführt werden, da der App Store von Apple Bambuser derzeit, im Gegensatz zu Qik, noch nicht unterstützt. Die Installation von Bambuser funktioniert denkbar einfach. Zunächst muss die Software über einen mobilen Webbrowser oder mithilfe eines SMS-Installationslinks heruntergeladen und auf dem Mobilgerät installiert werden. Hat man sie erst einmal installiert, kann der Nutzer auch gleich Live-Videos mithilfe der integrierten Videokamera des jeweiligen Smartphones über WLAN oder UMTS senden. Die Streams werden auf der Webseite des Dienstes veröffentlicht und können natürlich mit anderen Nutzern geteilt werden. Eine Chat-Funktion ergänzt das Broadcasting-Erlebnis.

Dem Echtzeit-Anspruch kommt Bambuser im Vergleich zu Mitbewerbern am nächsten, sagt Gründer Måns Adler im Gespräch mit pressetext. "Im Vergleich mit anderen Services haben wir die niedrigste Latenzzeit. Anstatt den Stream zu buffern, können wir die Frames pro Sekunde flexibel an die Bandbreite der Internetverbindung anpassen", erklärt Adler. Ein wesentlicher Unterschied zwischen Bambuser und Qik ist zudem, dass es das schwedische Angebot auch erlaubt, von einer Webcam am PC Livestreams zu senden.

"Der Markt in diesem Segment ist wirklich am Boomen und wir hoffen, reüssieren zu können. Und irgendwann werden wir dazu auch Geld brauchen", gibt Adler zu. Laut dem Gründer kommen derzeit jede Woche etwa 2.000 neue Nutzer hinzu, insgesamt verwenden bereits 60.000 den Live-Video-Dienst. Geschäftsmodelle für Premium-Accounts befinden sich schon in der Schublade, bestätigt der schwedische IT-Unternehmer gegenüber pressetext. "Unser großes Ziel liegt jedoch in einem anderen Bereich. Wir wollen die Technologie, deren Nutzung bislang nur den großen Medienunternehmen vorbehalten war, demokratisieren und jedem zugänglich machen." Bald soll auch eine deutsche Version von Bambuser - ein alter, schwedischer Begriff für einen lausigen Seemann - verfügbar sein, verkündet der Entwickler der Software: "Wir hoffen, dass wir in den nächsten sechs Monaten damit starten können. Der deutschsprachige Markt ist auf jeden Fall sehr interessant für uns." (pte)

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