Mobiles WiMAX: 802.16-2005 Standard endgültig verabschiedet

Dienstag, 04.04.2006 | 16:48 von Panagiotis Kolokythas
Damit eine Technologie in der Industrie Fuß fassen kann, muss sie eine von zwei Voraussetzungen erfüllen: entweder sie entspricht zu 100% einem Standard, den ein unabhängiges Gremium festlegt oder sie wird von einem Unternehmen mit Monopolstellung am Markt vertreten. Im Falle der drahtlosen Breitband-Technologie WiMAX traf bislang genaugenommen keine der Voraussetzungen zu. Der amerikanische Verband der Elektroingenieure (IEEE) zögerte die endgültige Standardisierung lange hinaus, weil zu viele Unternehmen zu unterschiedliche Vorstellungen von Technik, Frequenzen und Anwendungsbereichen einbrachten.
Mobiles WiMAX: 802.16-2005 Standard endgültig
verabschiedet
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Am heutigen Tage wird das mobile WiMAX mit der endgültigen Verabschiedung des Standards auf ein sicheres Fundament gestellt. Die IEEE verabschiedete heute den Standard "802.16-2005", der auf dem bislang benutzten Vorschlag 802.16e beruht. Bevor nun ein WiMAX-fähiges Produkt den Markt erreichen kann, muss das WiMAXForum die Konformität zum Standard und dessen Kompatibilität zu Basisstationen und Produkten anderer Hersteller bescheinigen. Bis ein einheitlicher, den allgemeinen Qualitätskriterien entsprechender Standard für den Zertifizierungsvorgang existiert, könnte nach Expertenmeinung aber noch etwas Zeit ins Land gehen. Einige mutmaßen, dass erste Datenkarten oder Handys, die das Siegel "konform zu 802.16-2005" tragen, noch bis 2008 auf sich warten lassen könnten.

Konkurrenten zum eigentlichen Standard gibt es einige. So stellte der koreanische Elektronikriese Samsung Electronics bereits Anfang Dezember zwei Handys vor, die über den WiMAX-ähnlichen Standard WiBro durchs Netz funken und sich ausstattungsmäßig an aktuellen Smart- und Businessphones orientieren.


Auch Motorola, Siemens und Ericsson forschen an Lösungen und Services fürs Ultrabreitband. Spannend bleibt die Frage , wie viel Einfluss mobile WiMAX-Endgeräte auf gängige GSM-Standards wie EDGE, UMTS und HSDPA nehmen: gerade letztgenanntes Speedupgrade verspricht Datenraten, die für gängige Anforderungen wie EMail-Abruf, Internet-Surfen und Unternehmensanwendungen völlig ausreichen. Das Mehr an Geschwindigkeit wird also letztlich vor allem für neue Dienste wie höherauflösende Videotelefonie oder Video on Demand-Dienste interessant. Letztgenannte müssen sich allerdings auch im Konkurrenzkampf mit DVB-H / DMB behaupten, womit zumindest mobilem WiMAX eine aus technischer Sicht relativ unsichere Zukunft bescheiden sein dürfte. Ganz anders siehts bei den Anwendungen für flächendeckendes Breitband in Städten und Regionen aus: erst gestern kündigte Arcor an, Kaiserslautern mit einem MAN, einem Metropolitan Area Network, ausstatten zu wollen. Der Betreiber Deutsche Breitband Dienste schaltet für Berliner Bürger feste WiMAX-Verbindungen frei, in Österreich plant eine Firma bereits die Abdeckung des gesamten Bundesgebietes.

» Hintergrund-Infos: Telephony's Complete Guide To Wimax (PDF)

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Dienstag, 04.04.2006 | 16:48 von Panagiotis Kolokythas
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