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Kaum Interesse, falsche Zielgruppe

Selbst in Südkorea, dem Mutterland des mobilen Fernsehens, stößt Handy-TV nur auf geringes Interesse. Die Zahl der Handys mit TV-Empfänger stieg zwar deutlich, doch die Funktion wird kaum genutzt. Am häufigsten schalten Männer über 50 ihre Geräte ein, Jugendliche dagegen kaum.

Selbst in Südkorea, dem Mutterland des mobilen Fernsehens, stößt Handy-TV nur auf geringes Interesse. Wie die Korea Times berichtet, haben zwar immer mehr Menschen ein Handy mit DMB-Empfänger, MobileTV interessiert aber kaum jemanden. So stieg die Zahl der DMB-Endgeräte seit Dezember 2007 von 9 Millionen auf jetzt 13,7 Millionen.

Die Zahl umfasst sowohl Geräte, die das kostenlose terrestrische DMB-T als auch das Satelliten-Bezahlfernsehen DMB-S empfangen. Den größten Anteil an DMB-Empfängern machen Handys mit 48,8 Prozent aus. Weitere 37,8 Prozent entfallen auf Multifunktionsdisplays, die in Autos verbaut sind. Dahinter folgen Media-Player mit 9,4 Prozent und USB-Dongel mit 3,8 Prozent. Am wenigsten werden DMB-fähige Laptops genutzt, sie erreichen gerade einmal 0,9 Prozent aller fernsehfähigen Endgeräte.

Doch nur weil die Geräte es können, wird die Fernsehfunktion noch lange nicht genutzt. Eine Stichprobe am 1. August ergab, dass gerade einmal 1,17 Prozent aller Besitzer eines terrestrischen DMB-Empfängers damit fernsehen. In der Spitzenzeit zwischen 18 und 19 Uhr stieg die Zahl der Zuschauer auf 3,6 Prozent. Die Untersuchung ergab auch, dass Männer über 50 am häufigsten einschalten. Auch unter Männern im Alter von 30 bis 50 ist der Anteil sehr hoch. Kaum vertreten unter den Zuschauern waren Frauen und Jugendliche. Bislang hatte man immer angenommen, dass Jüngere am ehesten das Unterwegsfernsehen nutzen würden.

Das geringe Interesse spiegelt sich auch in den Wirtschaftsdaten wider. Der Satellitenbetreiber TU Media erwirtschaftet mehr als zwei Jahre nach Einführung des Fernsehstandards nur Verluste und ist weit von einer Konsolidierung entfernt. Um profitabel arbeiten zu können, benötigt der Anbieter nach eigenen Angaben rund 2,5 Millionen Nutzer, was etwa dem doppelten des derzeitigen Kundenstammes entspricht. Ähnlich sieht es bei den terrestrischen DMB-Anbietern aus. Sie konnten im vergangenen Jahr zusammen rund 6 Milliarden Won (3,9 Millionen Euro) einnehmen. Bei geschätzten Betriebskosten für das Sendenetz jedes einzelnen Unternehmens von 500 bis 600 Millionen Won pro Monat ist das ein absolutes Verlustgeschäft.

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