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Mobile Informationssysteme erobern Gesundheitssektor

08.02.2008 | 13:22 Uhr |

Forscher des Fraunhofer Institut für Angewandte Informationstechnik (FIT) arbeiten an nomadischen Assistenzsysteme mit multimodaler Interaktion. Das sind mobile Informationssysteme, die den Nutzer durchgehend unterstützen, ohne an bestimme Ein- und Ausgabesysteme gebunden zu sein.

Auf dem GSM Mobile World Congress Mitte Februar in Barcelona zeigt das FIT ein Gesundheits-Monitoringsystem und ein Assistenzsystem für Lagerverwaltung gezeigt. Vorstellbare Einsatzgebiete solcher Technologien umfassen weiters Führungssysteme für Museen oder Messen sowie Assistenzsysteme für Sport und Freizeit.

Grundsätzlich abgeschlossen ist die Arbeit am mobilen Gesundheitsmonitoring-System "senSAVE", das auf handelsüblichen Geräten des Typs T-Mobile MDA Pro zum Einsatz kommt. "Es ist ein Prototyp entstanden, der wirklich einsatzfähig ist", gibt Andreas Lorenz, senSAVE-Projektleiter, im pressetext-Gespräch an. Das System ist für Bluthochdruck-Patienten gedacht. Sensorik-Systeme, etwa für EKG und Sauerstoffsättigung, sind drahtlos mit dem Hauptsystem verbunden. Zuletzt sei die Alltagstauglichkeit verbessert worden, auch die Benutzerfreundlichkeit wurde noch optimiert. Die Anzeige eines Drei-Kanal-EKGs wäre möglich, ist für Patienten aber kaum geeignet. Für betreuende Mediziner ist die Sammlung der Daten aber interessant.

Das senSAVE-System in seiner aktuellen Form ist nur für den Anwendungsbereich Bluthochdruck gedacht. "Im Projektkontext wurden bestimmte Sensoren entwickelt", begründet Lorenz. Mit geeigneten Bluetooth-tauglichen Sensoren wäre das System aber einfach für andere Anwendungsgebiete wie etwa Diabetes-Patienten zu adaptieren. Ob das geschieht, wird davon abhängen, ob das System sich kommerziell durchsetzen kann. "Es gibt mehrere Interessenten, aber noch nichts konkretes", gibt Lorenz auf die Frage nach entsprechenden Wirtschafts-Partnern an.

Vom Konzept her ähnlich, von der Technologie aber doch deutlich unterschiedlich ist das Assistenzsystem für ungelernte Arbeitskräfte in einem nicht automatisierten Lager MICA. Drahtlose Sensoren kommen hier nicht zum Einsatz, stattdessen nutzt das System RFID. "RFID-Technologie ermöglicht festzustellen, wie weit ein Kommissionierungsprozess vorangekommen ist", so Lorenz. Beispielsweise könnte das System feststellen, ob durch das Hinzufügen eines Pakets zu einem Trolley ein Auftrag abgeschlossen ist. Durch unaufdringliche Hilfestellungen soll MICA auch Einarbeitungszeiten minimieren. (pte)

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