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Linux-Handyplattform öffnet sich für Hardware

06.03.2008 | 13:10 Uhr |

Die Linux-basierte Handy-Plattform OpenMoko hat nach der Software auch die Hardware geöffnet.

Die mechanischen CAD-Dateien zum industriellen Gehäusedesign der Neo-Mobiltelefone wurden unter einer Creative Commons ShareAlike-Lizenz veröffentlicht. Damit können Anbietern neben der Open-Source-Software nun auch das physische Design der OpenMoko -Geräte umfassend verändern. "Hinter dem, was OpenMoko macht, steht ein echter Linux-Ethos", meint Stuart Carlaw, Vice President Mobile Wireless bei ABI Research , im pressetext-Gespräch.

Die CAD-Dateien für ein Redesign der Gehäuse sind sowohl für das für Entwickler bereits erhältliche Neo1973 als auch das bislang nur angekündigte Modell Neo Freerunner verfügbar. Mit der Veröffentlichung unter der Lizenz Creative Commons Attribution ShareAlike 3.0 will OpenMoko mehr als nur kleine, kosmetische Änderungen am Aussehen der Handys ermöglichen. Aufgrund der inzwischen weiten Verbreitung geeigneter Produktionsgeräte erwartet das Unternehmen, dass Gehäuse-Designs selbst als echte Einzelstücke gefertigt würden.

Im Vergleich zu anderen, von der Öffentlichkeit stärker beachteten mobilen Linux-Konzepten wie Googles Android und der LiMo-Plattform könne OpenMoko derzeit die Gunst der Stunde nützen, so Carlaw. "LiMo ist jedoch nicht weit zurück", meint der Analyst. Falls der erste LiMo-Release planmäßig in diesem Monat erfolgt, werde LiMo als insgesamt komplettere Plattform wohl die Führung übernehmen. Speziell die Verfügbarkeit fertiger Anwendungen für die Plattform sei da ein Faktor. "Die große Mehrheit der Nutzer interessiert nicht wirklich, was für ein Betriebssystem ihr Gerät verwendet", so Carlaw. Den Massenmarkt bedienende Mobilfunkanbieter würden daher zu Lösungen mit möglichst breitem Support tendieren. Die OpenMoko-Plattform könnte dagegen hochgradig Technik-affine Nutzer stärker ansprechen, vermutet der Analyst.

"Es gibt auch Nachteile einer völlig offenen Plattform", warnt Carlaw abschließend. Nutzer könnten praktisch beliebig Komponenten des Systems ändern oder neue hinzufügen, sodass theoretisch jedes einzelne Endgerät andere Möglichkeiten böte. Eine praktisch individuelle Fragmentierung bis hin zur Betriebssystem-Ebene würde etwa die Anwendungs-Entwicklung im Smartphone-Bereich deutlich erschweren. (pte)

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