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Fortsetzung der Virologie mobiler Geräte

29.03.2011 | 17:11 Uhr |

In der nunmehr vierten Folge seiner Bestandsaufnahme der Malware-Situation bei Mobilgeräten geht der Antivirushersteller Kaspersky Lab auf die neuesten Entwicklungen bei Smartphone-Schädlingen und ihren Verwandten ein.

Vor 18 Monaten haben Alexander Gostev und Denis Maslennikov vom Antivirushersteller Kaspersky Lab den dritten Teil der Reihe „Mobile Malware Evolution” veröffentlicht. Inzwischen hat sich einiges auf diesem Gebiet getan und Denis Maslennikov hat daher einen vierten Teil der Virologie mobiler Geräte verfasst. Android sowie iOS sind neue Zielplattformen und es geht weiterhin überwiegend darum, den Opfern das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Denis Maslennikov beginnt seinen Lagebericht mit einigen Zahlen über die Verbreitung mobiler Malware auf verschiedenen Betriebssystemen. Insgesamt hat Kaspersky Lab Ende 2010 153 Schädlingsfamilien und mehr als 1000 Varianten gezählt. Im Vergleich zu August 2009 sind das etwa doppelt so viele Varianten. Die meisten Schädlinge (58 Prozent) zielen auf J2ME, die Mobilversion von Java. Symbian OS folgt mit 29 Prozent weit dahinter auf Platz 2. Windows Mobile kommt noch auf fünf Prozent, Android auf 1,4 Prozent.

Die Fließbandproduktion von Java-Schädlingen wird dadurch verständlich, dass J2ME nicht nur auf modernen Smartphones sondern auf praktisch fast jedem halbwegs modernen Handy zu finden ist. Die Schädlinge versuchen meist SMS an teure Premium-Rufnummern zu senden.

Neu hinzu gekommene Methoden um mit mobiler Malware Geld zu verdienen sind Anrufe bei teuren Auslandsrufnummern und Phishing-Angriffe. Der iOS-Wurm „Net-Worm.IphoneOS.Ike.b” leitet Aufrufe der Website einer niederländischen Bank auf eine Kopie der Seite um, die Zugangsdaten für das Online-Banking abgreifen soll. Ein Abkömmling der auf Windows-Rechnern bekannten Zbot-Familie, Trojan-Spy.SymbOS.Zbot.a , versucht die SMS-Authentifizierung von Online-Banking-Kunden zu umgehen.

Schädlinge für iOS können nur mit Jailbreak geknackte iPhones befallen. Für Android war das Interesse der Malware-Programmierer bis August 2010 gering. Dann ist jedoch Trojan-SMS.AndroidOS.FakePlayer aufgetaucht und seitdem hat die Produktion neuer Android-Schädlinge Fahrt aufgenommen.

Den kompletten, recht umfangreichen Bericht „ Virologie mobiler Geräte, Teil 4 ”  finden Sie in deutscher Sprache bei Kaspersky Lab, ebenso die englische Fassung „ Mobile Malware Evolution: An Overview, Part 4 ”.

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