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Kinect für Windows steuert einen TV-Sessel und hilft Blinden

14.04.2011 | 01:10 Uhr |

Microsoft hat auf der Entwicklermesse Mix 11 in Las Vegas nicht nur Silverlight 5 Beta vorgestellt, sondern auch offiziell das Entwicklerkit für Kinect for Windows vorgestellt.

Die Beta von Silverlight 5 ist ab sofort verfügbar. Microsoft hat die neue Version auf der Mix 11 in Las Vegas offiziell den Entwicklern vorgestellt. Entwickler finden in diesem Blog-Eintrag   alle wichtigen Infos darüber, wie sie mit der Entwicklung für Silverlight 5 Beta loslegen können. Zu den Neuerungen gehört beispielsweise die Hardware-Dekodierung von Videos auch auf Notebooks und Netbooks. Über der neuen Trickplay-Funktion kann die Wiedergabegeschwindigkeit eines Videos erhöht werden, wobei die gesprochene Sprache so angepasst wird, dass sie verständlich bleibt. Hinzu kommt außerdem die Unterstützung für Fernbedienungen.

Kinect for Windows SDK

Die Verfügbarkeit der neuen Silverlight-Beta hatte Microsoft bereits eine Woche vor dem Start der Mix 11 verraten. Sie war also keine Überraschung mehr. Diese gab es dann immerhin noch mit der offiziellen Vorstellung des Entwicklerkits für Kinect for Windows. Microsofts Jess Sandquist verwies vor Bekanntgabe darauf, dass Kinect für die Xbox 360 mit bereits über 10 Millionen verkauften Einheiten zu einem der erfolgreichsten Unterhaltungsprodukten überhaupt gehöre.

Kinect for Windows SDK soll noch im Frühling erscheinen. Interessierte Entwickler sollten die Website research.microsoft.com/kinectsdk in ihren Browser-Favoriten ablegen, denn dort wird Microsoft das Entwicklerkit zum Download freigegeben. Zunächst mit einer "non-commercial licence", später dann mit einer genauer ausgetüftelten Lizenz.

Wie einfach die Enwicklung für Kinect mit Visual Studio ist, wurde anhand einer Hello-World-App demonstriert: Ein großer Rahmen für die App, zwei kleinerere Rahmen, ein "Start"-Button und drei, vier Zeilen Code. Fertig ist die erste App, die nach dem Drücken des Start-Buttons die von den Kinect-Kameras eingefangenen Bilder in die beiden kleineren Rahmen anzeigt. Fünf Code-Zeilen später ist auch schon die erste Fun-App fertig: Personen können per Handbewegungen zeichnen.

Die Demos sorgen für tosenden Applaus unter den vielen anwesenden Entwicklern auf der Mix 11. Microsoft gibt Entwicklern alle Tools zur Hand, um auf die vielen Kameras und Mikrofone des Kinect zuzugreifen und eigene Applikationen zu entwickeln.

Welche Möglichkeiten es gibt, demonstriert ein Microsoft-Mitarbeiter, der den Traum eines jeden TV-Junkies erfüllt hat: Den per Kinect steuerbaren Fernsehsessel. Unter dem Fernsehsessel befinden sich Räder und Motoren, die per Kinect und Handbewegungen gesteuert werden. Beide Hände nach vorne, werden als Befehl zum Gas geben umgesetzt. Ein Notebook fängt die Signale von Kinect auf und gibt sie an die Motoren des Sessels weiter. Mit der Veröffentlichung des Kinect for Windows SDK wird der Microsoft-Mitarbeiter auch eine ausführliche Anleitung veröffentlichen, mit der jeder den Fernsehsessel sowohl hardware- als auch softwaretechnisch nachbauen kann.

Weniger Geekig, aber ebenso interessant ist die Demo, in der die Steuerung von Microsofts Worldwide Telescope via Kinect demonstriert wird. Die Kinect-Kameras setzen die Handbewegungen in Kamerabewegungen in Worldwide Telescope um. So bewegt man sich zwischen den Planeten und Sternen, verändert die Ansicht oder schaut sich eine Simulation der kommenden Sonnenfinsternis über den USA im Jahr 2017 an.

Wie sich Kinect for Windows auch für ernste Zwecke einsetzen lässt, demonstrierten auf der Mix 11 zwei Studenten der Universität Konstanz. In einer Demo wurde gezeigt, wie Kinect blinden Menschen per Sprach- und Vibrationsbefehlen helfen kann, sich in fremden Gebäuden sicher zu bewegen.

Dazu erkennt die Kinect-Kamera an der Wand befestigte QR-Code-ähnliche Symboltafeln und kann so dem Blinden sagen, wie er sich zum Ziel bewegen kann. Symboltafeln vor Türen warnen den Blinden kurz vor der Türschwelle per Angabe, wie viele Schritte er gehen muss, bevor er die Hand ausstrecken muss, um die Tür zu öffnen. Vor Wänden warnt ein vibrierender Gürtel, der umso stärker vibriert, je mehr sich der Blinde einer Wand nähert.

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