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Mit Google Street View durch japanische Geisterstadt

28.03.2013 | 12:44 Uhr |

In Google Street View können Surfer nun virtuell durch die Straßen einer japanischen Stadt wandern, die zunächst vom Erdbeben im März 2011 und anschließend von dem Atomreaktor-Unfall getroffen wurde.

Namie-machie ist eine japanische Stadt am Pazifik in der Fukushima-Präfektur. Nach dem Erdbeben und dem anschließenden Atomreaktor-Unfall im März 2011 mussten die über 21.000 Einwohner die Stadt verlassen. Sie durften bis heute noch nicht wieder zurück in die Häuser. Google hat jetzt mit Unterstützung der örtlichen Behörden mit Fahrzeugen Panorama-Aufnahmen von der Stadt und ihren Straßen gemacht und stellt diese auf Google Street View den ehemaligen Bewohnern und allen Internet-Nutzern zum Anschauen zur Verfügung.

In einem Blog-Eintrag auf Google erinnert sich der Bürgermeister von Namie-machie, wie belebt die Straßen der Stadt waren und das zigtausend Menschen sich zu dem jährlichen Herbstfestival trafen. "Viele Gebäude (...) sind während des Erdbebens eingestürzt und wir konnten sich noch nicht beseitigen. Und wir konnten bisher die beschädigten Gebäude und Geschäfte nicht reparieren", berichtet Bürgermeister Tamotsu Baba und fügt hinzu: "Seit der März-Katastrophe schreitet der Rest der Welt voran und auch viele Orte in Japan haben mit der Wiederherstellung begonnen. Aber in Namie-machi steht die Zeit still." Der Bürgermeister hofft, dass die öffentliche Aufmerksamkeit nun dabei hilft, auf die schwierige Situation der Stadt und der Menschen hinzuweisen. "Wir haben die Stadt von unseren Ahnen erhalten und fühlen großen Schmerz, dass wir sie nicht unseren Kindern übergeben können", so Baba.

Die Street-View-Aufnahmen von Namie-machie finden Sie auf dieser Seite

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