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Mit Drivexone das Auto überwachen (Update 23.1.: Kurztest)

23.01.2015 | 09:45 Uhr |

Mit Drivexone hat Vodafone ein neues Angebot für Autofahrer gestartet, die ihr Fahrzeug immer überwachen wollen. Update 23.1.: Ein erster Kurztest.

Vodafone hat jetzt offiziell sein neues Angebot Drivexone gestartet. Dabei handelt es sich um ein Mobilfunk- und GPS-basiertes Überwachungssystem für PKWs mit OBD-Stecker (also für alle seit Jahren verkauften PKWs). Vodafone Drivexone ist eine direkte Konkurrenz zu Car Connection von O2.

Drivexone besteht auf einem Dongle für die OBD-Buchse im Fahrzeug, der dazu passenden Smartphone-App und den auf den Vodafone Servern laufenden Diensten. Der OBD-Dongle liest die Daten auf dem Steuergerät des PKWs aus und sendet diese über die im Dongle eingebaute SIM-Karte an die Vodafone-Server. Dort werden die Daten verarbeitet, aufbereitet und an die App auf dem Smartphone des Benutzers weitergesendet.

Es besteht also keine direkte Verbindung zwischen OBD-Dongle und Smartphone-App, sondern die Daten laufen alle über eine Mobilfunkverbindung, die mit der SIM-Karte des Dongles betrieben wird, über die Server. Das sollte man wissen, wenn man auf Datenschutz und Privatsphäre Wert legt. Im OBD-Dongle befindet sich übrigens auch noch ein GPS-Empfänger zur Lokalisierung des Fahrzeugs.

Drivexone: Funktionsüberblick

* Überblick über Fahrzeugdaten wie Tankinhalt, Kühlmitteltemperatur und Drehzahl (Update 23.1.: diese Daten standen im Praxis-Test für unser Fahrzeug nicht zur Verfügung) , gefahrene Geschwindigkeit, zurückgelegte Strecke

* Anzeige von Fehlermeldungen, die im Fehlerspeicher des Steuergerätes hinterlegt sind. Damit kann man dann einen gezielten Reparaturauftrag in der Werkstatt veranlassen ( Update 23.1.: im Praxistest zeigte uns Drivexone an, dass alles okay sei) .

* Lokalisierung: Wo steht oder fährt das Fahrzeug gerade? Praktisch, wenn Eltern die Nutzung des PKWs durch ihre Kinder überwachen wollen ( Update 23.1.: das klappte im Test recht zuverlässig).

* Die gesammelten Daten lassen sich als PDF generieren.

Preis

Drivexone kostet standardmäßig eine Einmalzahlung von 79 Euro und danach weitere drei Euro Gebühr pro Monat. Zum Verkaufsstart macht Vodafone aber ein spezielles Angebot: Die ersten 200 Kunden bekommen drivexone für 39 Euro statt 79 Euro. An der monatlichen Gebühr von drei Euro ändert sich aber nichts.

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Zum Vergleich: O2 Car Connection kostet derzeit 99 Euro für ein Jahr und nach Ablauf des ersten Jahres weitere 5 Euro pro Monat.

Es geht auch günstiger

Wer die ODB2-Daten samt Fehlercodes per Smartphone-App kontrollieren will, kann das bereits für rund 25 Euro machen. Soviel kostet die Kombination aus OBD2-Bluetooth-Adapter und App. Das lehrt ein Blick auf die entsprechenden Angebote im Web. Ein Beispiel dafür ist die Torque Pro-Lösung.

Wer absoluten Wert auf Datenschutz legt, hängt aber besser ein Scangauge an die OBD2-Dose. Hier fällt nur der einmalige Anschaffungspreis an und die Fahrzeugdaten verlassen definitiv nicht das Fahrzeug. Zudem benötigt man dafür kein Smartphone.

Hinweis: Für den Diebstahlschutz eignen sich weder die Vodafone- noch die O2-Lösung. Weil Diebe jederzeit den OBD-Dongle entfernen können. Zudem lässt sich das GPS-Signal per GPS-Jammer unterbrechen.

Update 23.1.: Erster Praxis-Test: Viele Fahrzeugdaten fehlen

In einem ersten Test zeigten sich die Unterschiede zwischen Theorie und Praxis. So standen für unser keinesfalls exotisches Fahrzeug keine Fahrzeugdaten wie Kühlmitteltemperatur, Drehzahl oder Tankinhalt zur Verfügung (siehe oben). Weil „die Anzeige der Kühlmitteltemperatur, Drehzahl und des Tankinhalts nur bei ausgewählten Fahrzeugen zur Verfügung steht, da nicht alle Fahrzeug-Hersteller die entsprechenden Codes/Informationen zur Verfügung stellen“, wie Thorsten Höpken, Pressesprecher von Vodafone uns erklärte.

Sowohl Torque Pro als auch Scangauge bieten gegenüber Drivexone den Vorteil, dass sie jederzeit und in Echtzeit alle erfassbaren technischen Daten anzeigen. Man sieht mit dem Scangauge also immer die aktuelle Kühlmitteltemperatur, die Drehzahl oder die Ladeleistung der Lichtmaschine/Batterie, um nur einige Beispiele zu nennen. Diese Informationen standen uns mit Drivexone nicht zur Verfügung. Auto-Fahrer, die immer über die exakten technischen Daten ihres Fahrzeugs informiert sein wollen, fahren mit einer Lösung wie Scangauge ganz klar besser. Ein glatter Punktsieg für Scangauge.

Die Anzeige der Fahrzeugposition klappte dagegen während der Fahrt ganz gut, mit leichter zeitlicher Verzögerung. Auf einem kleinen Kartenausschnitt zeigte uns Drivexone die Position unseres Fahrzeugs an. Inklusive Angabe von Längen- und Breitengraden und dem Namen der nächstgelegenen Ortschaft.

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