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Mit Tesa gegen Raubkopierer

05.01.2001 | 16:27 Uhr |

Tesafilm kennt jeder. Dass man Tesa auch als Datenträger benutzen kann, ist auch nicht so neu. Doch nun plant die Firma Beiersdorf einen neuen Coup: Ein auf der Basis von Tesafilm entwickeltes Hologramm, das Raubkopierern das Leben schwer machen soll.

Tesafilm kennt jeder. Dass man Tesa auch als Datenträger benutzen kann, ist auch nicht so neu. Doch nun plant die Firma Beiersdorf einen neuen Coup: Ein auf der Basis von Tesafilm entwickeltes Hologramm, das Raubkopierern das Leben schwer machen soll.

Tesafilm gegen Raubkopien? PC-WELT Online wollte es genauer wissen und fragte in der Entwicklungsabteilung von Tesa in Hamburg nach. Dort arbeitet man an dem Verfahren zur Herstellung des neuartigen Hologramms.

Hologramme werden bei teueren Softwareprodukten gerne als Echtheitsnachweis benutzt. Am bekanntesten dürfte das Microsoft-Hologramm mit der Darstellung von Menschen sein. Doch diese herkömmlichen Hologramme sind schon lange kein Schutz mehr. Professionelle Fälscherwerkstätten, z.B. in China, können auf Wunsch so ziemlich jedes nur vorstellbare Hologramm liefern.

So ist es nur verständlich, dass die Softwarehersteller nach neuen Wegen suchen, um ihre teueren Produkte abzusichern. Tesa verspricht nun, ein Hologramm zu liefern, das mit den heutigen technischen Möglichkeiten nicht fälschbar und auch kaum erkennbar ist.

Denn anders als die bisherigen Hologramme ist das neue nicht unbedingt für die Augen des Kunden bestimmt. Dieser interessiert sich auch gar nicht für die Echtheit, sondern nur dafür, ob die Software auch funktioniert. Händler, Hersteller, Behörden, die Polizei, oder vielleicht auch spezielle Softwarekontrolleure hingegen könnten mit geeigneten Lesegeräten die Echtheit des Hologramms überprüfen und Fälschungen sofort entlarven.

Das neuartige Hologramm soll überhaupt nicht auffallen. Nur wenn man weiß, wo es sich befindet, nimmt man es auch wahr und kann man es erkennen. In dem Hologramm ließen sich die vielfältigsten Datenspeichern und mit dem Lesegerät abrufen. Neben dem Echtheitszertifikat ist hier auch an Produktinformationen oder an Details zum Verkaufsweg zu denken. Nach Angaben von Beiersdorf ließe sich so auch schnell nachprüfen, wo, wann und durch wenn die Software verkauft wurde.

Das Interesse in der Softwarebranche ist Beiersdorf zufolge sehr groß. Allerdings möchten die Unternehmen nicht genannt werden, um Raubkopierer nicht davor zu warnen, wo das neue Verfahren denn eingesetzt wird.

Mit der Markteinführung sei in etwas drei Jahren zu rechnen. Anderslautende Berichte, dass die neuen Hologramme schon im Laufe dieses Jahres auf den Markt kämen, seien falsch, wie man uns in Hamburg versicherte.

Stellt sich die Frage, ob denn in drei Jahren dieses neuartige Verfahren wirklich noch unfälschbar ist. Denn wenn in der IT-Branche eines sicher ist, dann ist es das: Nichts ist sicher. (PC-WELT, 05.01.2001, hc)

Intel tunt Raubkopier-Software (PC-WELT Online, 28.11.2001)

Software im Wert von 120 Millionen Mark verbrannt

Über 500.000 illegale CD-Rs beschlagnahmt

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