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Mit Psiphon gegen Internet-Zensur

30.11.2006 | 16:41 Uhr |

Kanadische Forscher und Bürgerrechtler haben eine Software entwickelt, mit deren Hilfe Menschen in von staatlicher Zensur betroffenen Ländern ungehinderten Zugang zu Informationen im Internet erhalten sollen.

Internet-Aktivisten am Citizen Lab der Universität von Toronto in Kanada haben mit der Software Psiphon eine verteilte Lösung vorgestellt, durch die von staatlicher Internet-Zensur betroffene Bürger freien Zugang zu im Internet verfügbaren Informationen erhalten können. Psiphon arbeitet als Web-Proxy mit verschlüsselten Verbindungen.

Eine Reihe von Internet-Nutzern betreibt dazu Psiphon-Knoten ("Psiphonodes") in Ländern ohne staatliche Zensur. Bürger in Ländern mit eingeschränktem Internet-Zugriff können diese Rechner als Proxy-Server benutzen und so auch Web-Seiten lesen, auf die sie auf Grund staatlicher Kontrollmaßnahmen auf normalem Wege keinen Zugriff hätten.

Für die Nutzung der Psiphonodes müssen Internet-Nutzer keine zusätzliche Software installieren. Sie müssen sich lediglich registrieren und werden damit zum "Psiphonite". Wenn sie Verbindung zu einem Psiphonode aufnehmen, gelangen sie zunächst auf eine Anmeldeseite, auf der sie sich einloggen müssen. Dann erscheint eine Werkzeugleiste am oberen Rand der Seite, in die sie die gewünschte Seite eintragen. Der Psiphon-Proxy liefert dann diese Seite über eine verschlüsselte Verbindung an den Benutzer. Eine von außen erkennbare Verbindung zwischen dem Benutzer und der von der Zensur gesperrten Seite soll es nicht geben.

Psiphon soll am 1. Dezember an den Start gehen. Dann können hilfsbereite Internet-Nutzer in freien Ländern die Psiphon-Software herunter laden und installieren. Sie teilen Personen mit Zensur-beschränktem Internet-Zugriff die Adresse ihres Psiphonode mit und diese können ihn dann nutzen. Ein Blockierung der Psiphon-Website durch Filtermaßnahmen stellt somit kein Problem dar.

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