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Mit Einstein und einem hellen Laser gegen Datenklau

09.11.2005 | 15:41 Uhr |

Australische Forscher entwickeln ein sicheres Verfahren zum Übertragen vertraulicher Daten.

Forscher an der australischen Nationaluniversität arbeiten an einer Methode zum abhörsicheren Datentransport mittels verschränkter Photonen. Unter der Leitung von Dr. Ping Koy Lam haben sie nun einen Prototypen vorgestellt und wollen das Marktpotenzial ihrer Entwicklung ausloten.

Verschiedene Forschungsgruppen arbeiten weltweit auf dem Gebiet der Quantenkryptografie, deren Abhörsicherheit auf den Gesetzen der Physik basiert ( wir berichteten . Der in Malaysia geborene Physiker Ping Koy Lam und seine Kollegen nutzen ein erstmals 1935 von Albert Einstein vorgestelltes Phänomen, die Verschränkung von Photonen.

Betrachtet man Licht modellhaft als aus Teilchen bestehend, werden diese Teilchen als Photonen (Lichtquanten) bezeichnet. Befinden sich zwei Photonen in einem speziellen, gemeinsamen Quantenzustand, sind sie unabhängig von ihrer Entfernung miteinander verknüpft - Quantenphysiker nennen diesen Zustand "Verschränkung". Jede Veränderung eines der beiden verschränkten Photonen überträgt sich auch auf das andere.

Die australischen Forscher nutzen dieses Phänomen zur abhörsicheren Übertragung eines geheimen Chiffrierschlüssels. Einsteins Modell wurde um eine so genannte virtuelle Verschränkung der Photonen erweitert, was den Aufbau der Versuchsanordnung vereinfachte. Die Wissenschaftler transportieren die Informationen mittels eines hellen Lasers. Damit erreichen sie im Gegensatz zu anderen quantenkryptografischen Verfahren, die auf den Eigenschaften diskreter Photonen basieren, eine höhere Kompatibilität mit heutigen optischen Datenübertragungsverfahren.

Die Forscher sind der Ansicht, dieses Verfahren müsste etwa für Behörden und Banken sehr interessant sein und wollen nun die Marktchancen ihrer Methode erkunden.

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