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Mit Chrome 53 schließt Google 33 Lücken

01.09.2016 | 09:10 Uhr |

Google hat seinen Web-Browser Chrome in der neuen finalen Version 53 veröffentlicht. Google Cast ist nun fest integriert und die Entwickler haben 33 Sicherheitslücken gestopft.

Mit Chrome 53.0.2785.89 hat Google seine neueste Browser-Generation aus der Beta-Testphase in den so genannten stabilen Zweig entlassen. Zu den Neuerungen in der neuen Chrome-Version gehört die Integration von Google Cast in den Browser. Damit können Sie Web-Inhalte wie etwa Videos oder Musik auf Chromecast-fähige Geräte streamen. Haben Sie einen Chromecast-Stick im HDMI-Eingang Ihres Fernsehers und hängt dieser im gleichen Netzwerk wie Ihr PC, können Sie Netflix-Videos, Diashows oder Videotelefonate (mit Google Hangouts) auf Ihren Fernseher übertragen. Bislang war es dazu nötig eine Chrome-Erweiterung zu installieren und zu konfigurieren. Mit Chrome 53 soll das nicht mehr erforderlich sein.

Die Google-Entwickler haben auch wieder etliche Schwachstellen beseitigt. Krishna Govind hat im Chrome Release Blog 33 geschlossene Sicherheitslücken dokumentiert, von denen 20 durch externe Sicherheitsforscher entdeckt und an Google gemeldet wurden. Dafür schüttet Google mehr als 56.000 US-Dollar an Bug-Prämien aus. Diese Summe dürfte noch über 60.000 Dollar steigen, da bei einigen der Lücken noch kein Betrag festgelegt ist (TBD = to be determined). Der in Chrome integrierte PDF-Betrachter PDFium ist mit sechs als hohes Risiko eingestuften Schwachstellen vertreten.

Einen Blick auf die nähere Zukunft gewähren Blog-Beiträge von Anthony LaForge und Rahul Roy-Chowdhury. Bereits ab der aktuellen Version blockiert Chrome Flash-Code in Websites, der im Hintergrund für Analysezwecke werkelt. Flash-basierte Inhalte sollen ab Dezember (Chrome 55) zugunsten der moderneren HTML5-Technik benachteiligt werden. Bei Websites, die beide Techniken unterstützen, wird Chrome dann HTML5 bevorzugen. Für Websites, die nur Flash einsetzen, müssen Sie den in Chrome integrierten Flash Player beim ersten Besuch aktivieren. Damit soll die Web-Nutzung sicherer werden und weniger Energie verbrauchen, was wiederum die Akkulaufzeit verlängern soll.

Weiter in die Zukunft reicht die Perspektive auf Chrome Apps. Sie sollen ab 2018 nicht mehr im Browser (für Windows, Mac und Linux) unterstützt werden, nur noch in Chrome OS. Bis dahin will Google in mehreren Stufen an der Abschaffung der Chrome Apps im Browser arbeiten. Noch in diesem Jahr sollen keine neu entwickelten Apps mehr im Browser installiert werden können. Ab dem zweiten Halbjahr 2017 sollen im Chrome Web Store keine Apps für Windows, Mac und Linux mehr angeboten werden. Bis zum Frühjahr 2018 können installierte Apps noch weiter genutzt werden. Google setzt also seine Politik fort alte Zöpfe abzuschneiden, bevor sie erste graue Haare aufweisen.

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