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Missbrauch von Kreditkartendaten nimmt zu

17.06.2005 | 15:11 Uhr |

Visa und Mastercard fordern von Online-Händlern eine Überprüfung ihrer Sicherheitsstandards.

Der Einkauf per Internet oder Telefon und das damit verbundene Bezahlen mit Kreditkarten werden immer beliebter. Die Schweizer Firma Telekurs Card Solutions AG , Anbieter der Online-Payment-Lösung " Saferpay " warnt allerdings, dass auch der Diebstahl von Kreditkartendaten in den vergangenen Jahren stark zugenommen habe. Weltweit seien bereits rund hundert Fälle bekannt, bei denen insgesamt 20 Millionen Kreditkartennummern gestohlen wurden. Um diesem Missbrauch vorzubeugen, gelten ab dem 1. Juli neue Sicherheitsmaßnahmen bei Bezahlung mit Visa und Mastercard.

Wer beim Einkauf im Internet mit seiner Kreditkarte zahlt, muss dem Shop-Betreiber seine kompletten Kreditkartendaten übermitteln. Händler, die diese Zahlungen selbst abwickeln, speichern und verarbeiten diese Daten in ihrer EDV, treffen aber leider nicht immer die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen. Somit sind praktisch Millionen von Kreditkartendaten mehr oder weniger ungeschützt im Internet verfügbar. Diese Sicherheitslücken wurden schnell von Kriminellen erkannt und ausgenutzt. Sie spähen die Daten aus und können sie dann missbrauchen. Dadurch sind Karteninhaber und Händler verunsichert. Die Folge ist, dass es viele Verbraucher vermeiden, beim Online-Shopping mit der Kreditkarte zu bezahlen. Das wiederum kann bei den Händlern zu Umsatzverlusten führen.

Um diesem Missbrauch in Zukunft vorzubeugen und das Vertrauen der Verbraucher zurückzugewinnen, haben die Kreditkartenunternehmen Visa und Mastercard ein spezielles Sicherheitsprogramm entwickelt. Es ist ab dem 1. Juli für alle Vertragshändler verbindlich, die Kartenzahlungen bei Verkäufen über Internet und andere Fernabsatzwege akzeptieren.

Setzen Versandhändler weiterhin auf Kreditkartenzahlung, müssen sie ab Juli hohe Sicherheitsvorkehrungen treffen. Dazu können sie ihre Sicherheitssysteme überprüfen und zertifizieren lassen, was mit erheblichen Kosten verbunden sein kann. Die Alternative ist die Übertragung ihres gesamten Zahlungssystems an einen zertifizierten, so genannten Payment Service Provider. Johannes F. Sutter von Saferpay sagt dazu: "Die einfachste Lösung für Webshop-Betreiber heißt: Keine Kreditkartendaten intern speichern. Stattdessen sollten sie einfach einen externen zertifizierten Payment-Dienstleister in Anspruch nehmen." Damit erfülle der Händler die geforderten Sicherheitsvorkehrungen von Visa und Mastercard. Die Kunden könnten sicher mit diesen Kreditkarten online einkaufen.

Versandhändler, die keine der beiden Sicherheitsmaßnahmen ergreifen, können bei einem Diebstahl der Kreditkartendaten für den entstehenden Schaden haftbar gemacht werden.

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