Minix

EU fördert Entwicklung eines sicheren Betriebssytems

Donnerstag den 30.04.2009 um 15:57 Uhr

von Frank Ziemann

Die Freie Universität Amsterdam in den Niederlanden hat den Zuschlag für EU-Fördermittel zur Entwicklung eines sicheren Betriebssystems erhalten. Es soll ein Unix-artiges System entstehen, das sicherer als Windows oder Linux ist.
Professor Andrew S. Tanenbaum
Vergrößern Professor Andrew S. Tanenbaum
© 2014

Die Europäische Union hat Forschungsmittel in Höhe von 2,5 Millionen Euro bereit gestellt, um ein sicheres Betriebssystem zu entwickeln. Professor Andrew Tanenbaum von der Freien Universität Amsterdam erhält diese Mittel. Der in New York geborene Tanenbaum ist durch die Entwicklung des Unix-artigen Betriebssystems Minix bekannt worden, das mit wenig Code auskommt und als recht sicher gilt.

Wie Tanenbaum erklärt, sollen die Fördermittel auch dazu dienen das Betriebssystem so weiter zu entwickeln, dass es sich im Fall eines Fehlers selbst reparieren kann. Damit soll die Stabilität und Zuverlässigkeit von Computern weiter erhöht werden.

In seinem Projektantrag hatte Tanenbaum geschrieben, Software-Fehler würden wohl nie aussterben. Betriebssysteme wie Windows und Linux seien jedoch schon vom Software-Design her anfälliger für Fehler als sie sein müssten. So sei es etwa erforderlich Gerätetreiber im Kern des Systems zu installieren, was im Fehlerfall zum Absturz führe.

Minix hingegen ist so konzipiert, dass Gerätetreiber wie Anwendungsprogramme außerhalb des Systemkerns arbeiten. Stürzen sie ab, arbeitet der Computer weiter. Diese Architektur wird als "Micro-Kernel" bezeichnet - in Gegensatz zu einem "monolithischen Kernel". Tanenbaums System trennt die Komponenten eine Betriebssystems strikt voneinander, sodass sie sich nicht gegenseitig beeinflussen können. Dies erhöhe die Sicherheit insgesamt, so Tanenbaum.

Die Fördermittel der EU erlauben Tanenbaum eine Weiterentwicklung von Minix für zunächst weitere fünf Jahre. Tanenbaum sucht noch nach neuen Mitarbeitern .

Donnerstag den 30.04.2009 um 15:57 Uhr

von Frank Ziemann

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