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Minister will Drohnen-Führerschein einführen

09.11.2015 | 13:15 Uhr |

Das Bundesverkehrsministerium plant neue Regelungen für Drohnen-Flüge. Unter anderem soll es einen Führerschein geben.

In den USA ist für dieses Jahr noch die Einführung einer Anmeldepflicht für Drohnen geplant. Die Quad-, Hexa- und Octacopter (oder andere von Privatnutzern verwendete Flug-Drohnen) werden auch hierzulande immer beliebter. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sieht einen dringenden Handlungsbedarf, weil der Einsatz solcher Fluggeräte derzeit noch nicht ausreichend geregelt sei, wie es in einer Mitteilung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) heißt.

"Private Drohnen nehmen ständig zu. Daraus entstehen neue Gefährdungspotentiale z.B. durch Kollisionen oder Abstürze", so Minister Dobrindt. Er kündigt an: "Ich werde die Nutzung von Drohnen deshalb neu regeln: Drohnen sollen zukünftig registriert werden, um den Eigentümer identifizieren zu können."

Außerdem sei geplant, Drohnen-Flüge in Wohngebieten, über Bundesfernstraßen, Eisenbahnlinien, Unglücksorten, Einsatzgebieten der Polizei oder Industrieanlagen zu verbieten. Für den Betrieb von gewerblichen Drohnen sollen zukünftig luftrechtliche Kenntnisse vorgeschrieben werden.

Von einer Kennzeichnungspflicht sollen den Plänen zufolge künftig alle privat und gewerblich genutzten Drohnen mit einem Gewicht von mindestens 500 Gramm betroffen sein. Dies soll dabei helfen, bei Missbrauch oder Unfällen den Verursacher identifizieren zu können. Ziel der neuen Regeln sei es, die Gefährdungen im Luftraum und Boden zu vermindern.

So sehen die geplanten Regeln für Drohnen des BMVI aus (im Wortlaut).

Die private Nutzung von Drohnen soll wie folgt geregelt werden:

  • Um Gefahren im Luftraum zu vermeiden oder Verletzungen von Personen am Boden zu verhindern, wird der private Einsatz von Drohnen neu geregelt.

  • Private Drohnen-Flüge werden verboten in einer Höhe von mehr als 100 Metern, außerhalb der Sichtweite des Steuerers, über Industrieanlagen, Justizvollzugsanstalten, militärischen Anlagen, Menschenansammlungen, Unglücksorten oder Katastrophengebieten und Einsatzorten von Polizei oder anderen Sicherheitsbehörden oder -organisationen, Kraftwerken und Anlagen der Energieerzeugung und -verteilung sowie Bundesfernstraßen und Eisenbahnlinien.

Für die gewerbliche Nutzung von Drohnen sollen folgende Regeln gelten:

  • Unbemannte Luftfahrtsysteme bieten große Chancen zum Beispiel in der Landwirtschaft oder der Verkehrsüberwachung. Um diese Entwicklung zu unterstützen, werden ihre Einsatzmöglichkeiten erweitert.

  • Landesbehörden können künftig Flüge auch außerhalb der Sichtweite des Steuerers erlauben, wenn der sichere Betrieb nachgewiesen wird.‎ Bislang ist der Betrieb außerhalb der Sichtweite des Steuerers grundsätzlich verboten.

  • Für gewerbliche Nutzer von Drohnen wird es künftig einen Führerschein geben. Fliegerische und luftrechtliche Kenntnisse sind in einer Prüfung nachzuweisen. Die Lizenz wird durch das Luftfahrt-Bundesamt erteilt.

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