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MiniMo: Mozilla-Browser für Handys wird vorangetrieben

04.04.2006 | 16:57 Uhr |

Was ist die wichtigste Applikation auf einem PC, Notebook und genaugenommen auch auf PDAs und Smartphones? Diejenige, die Sie soeben betrachten: der Browser. Er ermöglicht es, völlig beliebige Funktionalität abzubilden und gibt dem Nutzer ein Instrumentarium von Interaktionsmöglichkeiten - in Form von Links und Webformularen - an die Hand, mit denen sich im wesentlichen jede Art von Anwendung realisieren lässt. Da Browser so wichtig für die verschiedenen Systeme sind, gibt es auch etliche Hersteller, die sich um die Produktion von entsprechender Software spezialisiert haben. Auf dem Desktop-Markt ist die Lage noch entschieden und übersichtlich: Microsofts Internet Explorer und Mozilla Firefox dominieren das Gewerbe, weitere Anteile halten Opera, Netscape, die Mozilla Suite und die Derivate von DSL-Anbietern wie AOL.



Nur einer der Browser wird (zumindest auf dem Papier) moralisch völlig ohne monetäre Hintergedanken, völlig frei von Einflüssen monopolistischer Konzerne und weitestgehend frei von drastischen Sicherheitslücken entwickelt: Firefox/Mozilla . Der Erfolg des Newcomers seit seiner Einführung im Dezember 2004 ist ungebrochen. Derzeit hält die frei entwickelte und fast 90 Millionen Mal heruntergeladene OpenSource-Software etwa 7% Anteil am weltweiten Browsermarkt, alleine in Deutschland sollen bereits über 20% aller Internet-Nutzer Firefox installiert haben (Quelle:ZDnet).

Keine Frage, dass die Erfolgsgeschichte auch als OpenSource-Software aufs Handy kommt, auch wenn munkelt, dass hinter dem Enthusiasmus in der Entwicklung der mobilen Version des Mozilla-Browsers MiniMo möglicherweise der Global Player Nokia stecken könnte. Das Entwickler-Team um den alternativen Browser plant, innerhalb der nächsten vier Monate vier neue Releases der Entwicklerversion zu bringen, die sowohl auf Linux- als auch auf Windows Smartphone 2003-Geräten laufen sollen und sich in ihrer Oberfläche über die Mozilla-eigene Oberflächenbibliothek XUL angepasst werden kann.


Bislang hat Nokia sich noch nicht entschieden, welchen Browser man für sein neues Internet-Tablet 770 einsetzen will - zur Verfügung stehen kommerzielle Lizenzen wie Openwave, Opera, Netfront oder Picsel oder ein kostenloser MiniMo. Das Gerät soll in der Lage sein, über das Window-Framework X auch "ganz normale" GNU-Applikationen zu starten und setzt dabei auf QTopia von Trolltech. Das würde die Portierung des MiniMo aufs Endgerät laut den Entwicklern im übrigen deutlich vereinfachen. Wann eine erste produktionsfähige Version des Browsers bereitstehen wird, ist bislang nicht bekannt - auch nicht, ob Nokia so lange auf ein finales Release warten will.

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