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Milzbrand-Attacke auf Microsoft

15.10.2001 | 10:39 Uhr |

Der Softwaregigant Microsoft wurde am Wochenende Opfer einer Attacke mit Milzbrandbakterien (Anthrax). In einer Niederlassung des Konzerns in Reno, Nevada ging eine Postsendung ein, die die Anthrax-Erreger enthielt. Sechs Microsoft-Mitarbeiter kamen mit dem Brief in Berührung.

Der Softwaregigant Microsoft wurde am Wochenende Opfer einer Attacke mit Milzbrandbakterien (Anthrax). In einer Niederlassung des Konzerns in Reno, Nevada ging eine Postsendung ein, die die Anthrax-Erreger enthielt. Sechs Microsoft-Mitarbeiter kamen mit dem Brief in Berührung.

Der Brief kam aus Malaysia und enthielt Porno-Bilder. Ein weißes Pulver machte die Microsoft-Mitarbeiter jedoch stutzig. Eine Untersuchung ergab, dass es sich tatsächlich um Anthrax handelte. Dies bestätigte auch der Gouverneur von Nevada, Kenny Guinn.

Bisher konnten aber noch bei keinem Mitarbeiter, der mit dem Brief in Berührung kam, eine Infektion festgestellt werden. Malaysia bot volle Kooperation mit den amerikanischen Behörden, um den Absender dingfest zu machen.

Die britische Website "The Inquirer" veröffentlichte inzwischen eine interne Microsoft-Memo zu diesem Thema. Die Memo wurde als Mail von einem Microsoft-Mitarbeiter weitergeleitet. Wer die Memo geschrieben hat, ist nicht bekannt, wenn sie auch im Namen von Bill Gates und Microsoft-Chef Steve Ballmer verfasst ist.

In dem internen Memo betont Microsoft, dass die Anthrax-Attacke sehr ernst genommen werde: "Wir arbeiten eng mit den Behörden zusammen um die Sicherheit unserer Mitarbeiter zu gewährleisten."

In der angeblich internen Nachricht werden die Mitarbeiter über die Testergebnisse der Gesundheitsbehörden auf dem Laufenden gehalten. "Uns wurde von offizieller Seite mittgeteilt, dass, sollten die Tests (auf Anthrax-Bakterien) negativ sein, keine gesundheitliche Gefahr für unsere Mitarbeiter besteht. Auch wenn der Test positiv ausfallen sollte, wurde uns gesagt, dass praktisch keine Gefahr für die Mitarbeiter bestehe, außer bei jenen, die in direktem Kontakt mit dem Brief geraten sind."

Ein erster Test auf die gefährlichen Milzbrand-Bakterien sei positiv gewesen. Der zweite Test negativ. Ein dritter Test dagegen hatte wieder ein positives Ergebnis gebracht.

"Die Personen die in direktem Kontakt mit dem Brief waren, unterziehen sich im Augenblick verschiedener Tests und werden jede angemessene medizinische Behandlung erhalten. (...) Wir arbeiten auch an der Identifizierung von Mitarbeitern aus Redmond oder anderen Niederlassungen, die in der letzten Zeit zu Besuch in Reno waren."

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