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Mobilfunker 3 plant Werbung auf dem Handy

Der Netzbetreiber 3 plant in Österreich, mit Werbung auf dem Handy bereits im kommenden Jahr einen siebenstelligen Umsatz zu erzielen. Anhand von Geschlecht, Alter und Wohnort des Nutzers soll die Werbung auf die jeweilige Zielperson angepasst sein. Noch ist unklar, welchen Vorteil die Werbung auf dem Handy für den 3-Kunden bringt.

Der österreichische Netzbetreiber Hutchison 3G Austria hat Werbung auf dem Mobiltelefon als neue Umsatzquelle erkannt. Bereits im kommenden Jahr erwartet der Netzanbieter, in diesem Bereich einen siebenstelligen Betrag einzunehmen. Das sind ambitionierte Ziele, denn aktuell wird mit Werbung auf dem Handy ein Umsatz von höchstens 300.000 Euro erzielt.

"Marketing am Handy funktioniert kosteneffizient und zielgerichtet", sagte 3CEO Berthold Thoma. Es gebe individuelle und innovative Möglichkeiten, die Zielgruppe per Handy anzusprechen. "Mobile Marketing ist viel mehr als SMS oder MMS versenden", betont der Manager.

Anhand von Geschlecht, Alter und Wohnort sollen Handynutzer Werbung erhalten, die genau auf sie zugeschitten ist und in die Zielgruppe passt. Beispielsweise können Jugendliche Gutscheine für große Fast-Food-Ketten erhalten, während ältere Kunden auf aktuelle Vorführungen im Wiener Theater hingewiesen werden. Thoma ist sich sicher, dass Handynutzer von 3 nicht mit Werbung zugespamt werden. Über die Preise für Werbung auf dem Telefon ist sich 3 bereits mit den Werbetreibenden einig: Zwischen 25 und 99 Euro soll der Tausend-Kontakt-Preis liegen, damit orientiert er sich an den Preisen im Online Marketing.

Der Nutzen für den Kunden ist noch unklar. Denkbar sind sinkende SMS- und Minutenpreise oder andere Vergünstigungen, damit sich die Nutzer mit dem Erhalt von Werbe-SMS einverstanden erklären. Erst im August testete der Netzbetreiber Orange in der Schweiz eine Technik, mit der Reklame in private SMS eingebettet werden kann. In dem neunwöchigen Testlauf wurden die Kurznachrichten einfach mit Werbebotschaften aufgefüllt, falls sie kürzer als 160 Zeichen waren. Als Gegenleistung bekamen die Kunden eine Gutschrift auf der Handyrechnung. Auch E-Plus plant Handywerbung als neue Umsatzquelle. Auf einer Fachtagung sagte E-Plus-Chef Thorsten Dirks im Juni, dass es im Rahmen eines schwierigen Umfeldes schwer sei, allein mit Verbindungsentgelten auf lange Sicht auskömmliche Margen zu erzielen.

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