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Microsofts Übernahme von Navision perfekt

11.07.2002 | 10:47 Uhr |

Die Übernahme von Navision, einer dänischen Softwareschmiede für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), durch Microsoft ist perfekt. Nachdem die europäischen Kartellbehörden keine Einwände gegen den Kauf hatten, hat der Redmonder Konzern das Unternehmen für rund 1,4 Milliarden Euro gekauft.

Die Übernahme von Navision, einer dänischen Softwareschmiede für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), durch Microsoft ist perfekt. Nachdem die europäischen Kartellbehörden keine Einwände gegen den Kauf hatten (PC-WELT berichtete), hat der Redmonder Konzern das Unternehmen für rund 1,4 Milliarden Euro gekauft.

Mit dem Zukauf baut Microsoft sein Engagement im KMU-Markt aus mit dem Ziel, vernetzte Geschäftslösungen auf der Grundlage der .NET-Plattform anzubieten. Bereits Ende 2000 hatte Microsoft Great Plains übernommen, einen Anbieter von integrierten Geschäftslösungen für KMU, und in die Microsoft Business Solutions Division integriert. Mit Navision erhält der Geschäftsbereich ein weiteres Standbein mit einem starken europäischen Fokus. "Zusätzlich entsteht dadurch das größte Microsoft-Entwicklungszentrum ausserhalb der USA", wie Alexander Stüger, General Manager von Microsoft Schweiz ausführt.

Die Übernahme erfolgt in Form eines Aktientausches und gegen Cash. Der Kaufpreis liegt bei rund 1,4 Milliarden Euro (1,3 Milliarden US-Dollar), basierend auf einem Angebot an die Aktionäre von 300 dänischen Kronen pro Aktie (ca. 39 Euro).

Nach Abschluss der Übernahme wird Navision in die Business Solutions Division von Microsoft integriert. Der gegenwärtige Hauptsitz des Unternehmens in Vedbaek, Dänemark, wird Entwicklungs- und Operationszentrale der Business Solutions Division für Europa, den Mittleren Osten und Afrika. Im gleichen Zug wird Vedbaek zum grössten Zentrum der Produktentwicklung von Microsoft ausserhalb der Vereinigten Staaten ausgebaut. Die beiden Co-CEOs von Navision, Jesper Balser und Preben Damgaard, werden auch in Zukunft zentrale Führungsfunktionen übernehmen.

Die Übernahme-Absichten des Redmonder Giganten hatten zuvor heftige Abwehrreaktionen in Europa ausgelöst. Der britische Softwareanbieter Sage Group wollte die EU-Kommission gegen die Übernahme des dänischen Konkurrenten Navision durch Microsoft mobilisieren. Durch die dadurch drohende Dominanz von Microsoft bei Computerprogrammen zur Steuerung von Klein- und Mittelbetrieben seien erhebliche Preissteigerungen zu erwarten, so die Argumentation der Briten (PC-WELT berichtete). Auch beim deutschen Software-Hersteller SAP löst die Übernahme sicherlich keine Freude aus (PC-WELT berichtete).

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