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Microsofts Jim Allchin äußert sich zur "Ich würde einen Mac kaufen"-Mail

12.12.2006 | 14:38 Uhr |

Während eines gerade in den USA stattfindenden Prozesses gegen Microsoft ist der Inhalt einer Mail bekannt geworden, die Windows-Entwicklungschef Jim Allchin an Bill Gates und Steve Ballmer im Januar 2004 gesendet hatte. Darin übte Allchin harsche Kritik an der Art und Weise wie Windows-Produkte entwickelt werden und schrieb, dass er einen Mac kaufen würde, wenn er nicht bei Microsoft beschäftigt gewesen wäre.

In einer Mail im Januar 2004 schrieb Jim Allchin, Microsofts Co-President of Platform and Services und damit verantwortlich für die Entwicklung von Betriebssystemen, an den Microsoft-Gründer Bill Gates und Microsoft-Chef Steve Ballmer, dass Microsoft und die Entwicklerteams seiner Ansicht nach nicht mehr wüssten, was beispielsweise Bug-freie Software, Performance und Sicherheit bedeuten würden. Man habe „den Weg“ verloren und die Sicht dafür, was wirklich wichtig für die Kunden sei, kritisierte Allchin seinerzeit und fügte hinzu, dass zwar viel von Features und großen Visionen die Rede sei, diese sich aber nicht auf ein Produkt übertragen ließen. In derselben Mail schrieb Allchin, dass er einen Mac kaufen würde, wenn er nicht bei Microsoft beschäftigt gewesen wäre.

Der Inhalt der Mail war im Laufe eines Kartellrechtsverfahrens gegen Microsoft im US-Bundesstaat Iowa Ende letzter Woche bekannt geworden. Er kursiert seitdem in verschiedenen Berichten im Internet.

Jim Allchin hat mittlerweile auf die Berichte rund um den Inhalt seiner damaligen Mail reagiert. Er betont, dass zum damaligen Zeitpunkt innerhalb von Microsoft ein Wandel in der Art und Weise stattfinden musste, wie man Windows entwickelt. Er wollte mit seiner Mail bewusst dramatisch darlegen, dass sich etwas ändern müsse und zwar schnell.

Mitte 2004 sei dies dann auch geschehen und es soll der Entwicklung von Windows Vista zu gute gekommen sein. „Zweieinhalb Jahre später ist Windows Vista zu einem phänomenalen Produkt geworden, das besser ist, als alle anderen Betriebssysteme, die wir bisher entwickelt haben“, betont Jim Allchin in einem Blog-Eintrag am Dienstag im Blog des Vista-Teams und fügt hinzu: „Es wird ab dem 30. Januar für alle Kunden verfügbar sein und ich empfehle jedem, es sofort zu besorgen, wenn es da ist. So gut ist es.“
Innerhalb von Microsoft sei es weiterhin üblich, selbstkritisch zu sein und jeder sähe es als seine Pflicht an, die Qualität der Produkte über alles andere zu heben. „Das war der Sinn meiner Mail an Bill und Steve und ich glaube das ist ein großes Beispiel dafür, wie dieses Unternehmen sich fokussieren kann und das tut, was gut für seine Kunden ist“, schreibt Allchin.

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