150188

Microsofts Internet-Such-Manager geht

08.03.2007 | 09:34 Uhr |

Christopher Payne, Management-Speerspitze in Microsofts Kampf um den Markt für Internet-Suche, verlässt das Unternehmen.

Das berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Insider. Payne, zuletzt als Vice President Chef des Microsoft-Bereichs Windows Live Search, will demnach in Seattle eine eigene Firma gründen. Ein Konzernsprecher wollte die Meldung nicht kommentieren.

Microsoft hatte im vergangenen Jahr den früheren Ask.com-Manager Steve Berkowitz an die Spitze seiner Online-Aktivitäten gestellt. Berkowitz hatte am Montag dieser Woche daraufhin drei neue Marketing-Leiter ernannt, von denen einer für die Suche zuständig ist.

Für Payne ist den Quellen zufolge noch kein Nachfolger gefunden. Der Manager war einer von mehreren, die im Jahr 2003 die Konzernleitung davon überzeugten, in eine eigene Internet-Suchmaschine zu investieren. Zu diesem Zeitpunkt fing Google gerade an, die Internet-Suche in eine äußerst profitable Maschinerie für Online-Werbung zu verwandeln.

Für seinen Online-Dienst MSN hatte Microsoft zuvor die Suche von Yahoo! verwendet. Microsoft entwickelte dann seine eigene Engine und ersetzte damit die von Yahoo!. Seitdem hat Microsofts Web-Suche beständig Marktanteil eingebüßt. Im Januar kam es laut NetRatings auf nur noch 8,9 Prozent Anteil am US-amerikanischen Suchmarkt und bearbeitete lediglich 2,5 Prozent mehr Suchanfragen als ein Jahr zuvor. Der Erzrivale Google konnte im gleichen Zeitraum die Zahl seiner Abfragen um 40,6 Prozent steigern und kam damit auf 53,7 Prozent Market Share. Microsoft liegt auf dem US-Markt hinter Google und Yahoo! abgeschlagen auf Platz drei.

Christopher Payne war in den frühen 1990er Jahren zu Microsoft gekommen. Später wechselte er für drei Jahre zum Online-Händer Amazon.com, bevor er 2001 zu Microsoft zurückkehrte.

Offiziell teilte Microsoft mit, dass Vice President Blake Irving das Unternehmen im Sommer verlässt. Irving verantwortet gegenwärtig das "AdCenter"-System, mit dem die Anzeigen auf Windows Live Search vermarktet werden. (tc)

0 Kommentare zu diesem Artikel
150188