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Microsofts DRM: Nach Itunes nun auch Napster geknackt?

15.04.2005 | 15:47 Uhr |

Pymusique hatte Ende März für Aufruhr gesorgt. Einige Entwickler rund um den unter dem Namen "DVD Jon" bekannt gewordenen Jon Lech Johansen hatte das Programm veröffentlicht, mit dem sich im Itunes-Shop Musik ohne DRM-Schutz einkaufen lässt. Jetzt legen die Entwickler noch eins drauf und haben laut eigenen Angaben auch den Schutz geknackt, der bei Songs eingesetzt wird, die bei Napster gekauft werden.

Die Entwickler von Pymusique legen nach. Im März hatten vier Programmierer, darunter der als "DVD Jon" bekannt gewordene Jon Lech Johansen, Pymusique veröffentlicht. Mit Pymusique lassen sich über den Itunes-Shop Songs angeblich kaufen, herunter laden, und dann beliebig oft brennen und kopieren ( wir berichteten ). Direktes Ziel des Projektes war es nicht, Itunes zu knacken, sondern auch Linux-Anwendern die Möglichkeit zu bieten, im Itunes-Shop Musik einkaufen zu können.

Zwei der Entwickler von Pymusique, Cody Brodous und Travis Watkins, haben nun mit "Musik" laut eigenen Angaben einen Musikshop-Client entwickelt, der nicht nur für Itunes eingesetzt werden kann, sondern auch für Napster.

Das noch nicht ganz fertig entwickelte "Musik" soll sowohl Itunes als auch Napster unterstützen. Neben einer Linux-Version wurden auch Fassungen für Windows und Mac veröffentlicht. Bei Itunes können sich Anwender mit der derzeitigen Version von "Musik" einloggen, nach Musik suchen und Previews anhören. Bei Napster ist neben dem Einloggen und dem Suchen auch bereits der Download von Musik möglich.

In seinem Blog bezeichnet Cody Brodous "Musik" als den Nachfolger von "Pymusique". Er weist darauf hin, dass bei Napster im Gegensatz zu Itunes der DRM-Schutz serverseitig auf die eingekauften Songs angebracht wird. Das erschwere den Entwicklungsprozess etwas, weil ausgiebiges "reverse-engineering" notwendig sei. Bei über Napster gekauften Songs kommt das DRM von Microsoft zum Einsatz, ähnlich wie es auch bei anderen Online-Musik-Shops der Fall ist.

Allerdings sei das Team mittlerweile so weit, dass man den "DRM" einfach auf dem Server lassen könne. Die Dateien würden damit ohne DRM auf der Festplatte der Anwender gelangen. Das dürfte, wenn es denn tatsächlich stimmt, Napster sicherlich gar nicht erfreuen. Nachwievor müssen die Songs normal erworben werden.

Mit der derzeitigen Version von "Musik" ist die DRM-Umgehung für Napster noch nicht enthalten. Um die eingekauften Songs unter Linux abspielen zu können, wäre ein Player notwendig, der das Abspielen von mit DRM-geschützten WMA-Dateien zulässt. In der kommenden Version, die schon bald erscheinen soll, wird das nicht mehr notwendig sein.

Geknackt: Tool liefert Musik vom Itunes-Shop ohne DRM aus (PC-WELT Online, 22.03.2005)

Pymusique: "DVD Jon" legt nach und knackt erneut Itunes (PC-WELT Online, 23.03.2005)

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