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Microsoft verkauft Nutzerdaten an US-Behörden

21.03.2014 | 19:08 Uhr |

Dokumente der Syrian Electronics Army (SEA) belegen, dass Microsoft dem FBI regelmäßig Nutzerdaten verkauft. Die Rechnungsbeträge hierfür belaufen sich auf mehrere hunderttausend US-Dollar.

Die Syrian Electronics Army (SEA), eine Hacker-Gruppe aus Syrien, die in den vergangenen Wochen vor allem durch Angriffe auf westliche Unternehmen und Publikationen von sich reden machte, hat erneut Microsoft ins Visier genommen. Doch anstelle die Social-Network-Accounts des Windows-Konzerns zu kapern, wie in den letzten Monaten des Öfteren geschehen, deckt die Gruppierung ein äußerst fragwürdiges Geschäftsgebaren bei Microsoft auf.

So gelangten die Hacker bei einem ihrer Angriffe in den Besitz von Microsoft-Dokumenten, die belegen, dass das Unternehmen dem FBI gegen Zahlungen Zugang zu seinen Nutzerdaten gewährt hat. Die von der SEA erbeuteten Dokumente beinhalten Rechnungen und Emails von Microsofts Global Criminal Compliance Team und der Digital Intercept Technology Unit (DITU) des FBI.

Dabei stellte die DITU zahlreiche Anfragen nach Nutzerdaten, deren Herausgabe von Microsoft mit Beträgen zwischen 50 und 200 US-Dollar pro Datensatz in Rechnung gestellt wurden. Die monatlichen Rechnungsbeträge belaufen sich so auf mehrere hunderttausend US-Dollar. Die letzte Rechnung stammt von November 2013 mit einem Betrag von 281.000 US-Dollar.

Microsoft kämpft gegen NSA-Überwachung

Gegenüber dem IT-Magazin The Verge bestätigte ein Microsoft-Sprecher das Vorgehen und erklärt, dass es unter US-Gesetzen völlig legal sei. Es sei „nichts ungewöhnliches“ daran, Nutzerdaten auf Behörden-Anfragen herauszugeben und dafür einen bestimmten Betrag als Kompensation zu verlangen. Die Dokumente belegen nicht zuletzt, wie oft die US-Behörden derartige Anfragen stellen.

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