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Microsoft stichelt gegen Facebook Home

08.04.2013 | 12:29 Uhr |

In einem Blog-Eintrag kritisiert Microsoft das von Facebook neu vorgestellte Facebook Home. Wer sich dafür interessiere, solle lieber gleich zu Windows Phone greifen.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hatte vor einigen Tagen mit großem Tammtamm Facebook Home vorgestellt. Statt einem erwarteten Facebook-OS und/oder Facebook-Smartphone handelt es sich bei Facebook Home "lediglich" um einen Facebook-Startbildschirm für Android-Smartphones. In einem Eintrag im offiziellen Microsoft-Blog äußert sich Microsofts Frank X. Shaw, Corporate Vice President of Corporate Communications, über Facebook Home .

Der Blog-Eintrag beginnt mit den Worten: "Während ich die Berichte über das Facebook-Home-Event anschaute, musste ich mehrmals meinen Kalender überprüfen. Nicht um nachzusehen, ob noch der 1. April ist, sondern ob es noch 2011 ist", schreibt Shaw. Grund dafür sei, dass der Inhalt der Präsentation von Facebook Home, so Shaw weiter, viele Ähnlichkeiten zu dem Event von Microsoft zu Windows Phone aus dem Jahre 2011 gehabt habe.

Als man seinerzeit von Grund auf mit der Entwicklung von Windows Phone begonnen hatte, habe man an die Wand drei Wörter geschrieben, die als Leitfaden für das gesamte Team dienen sollten. Die drei Worte waren: "Put People First". Der wichtigste Gedanke sei gewesen, dass die Menschen wichtiger als Apps sind und die Geräte rund um den Besitzer und die Menschen, die ihm am Herzen liegen, designt werden sollten, und nicht um Apps, die er vielleicht nutzen wird.

Aus diesem Grund habe man auch einige wichtige Design-Entscheidungen bei Windows Phone getroffen, zu denen beispielsweise gehöre, dass auf dem Bildschirm nicht Reihen mit Apps-Icons angezeigt werden, sondern mit Leuten, die einem wichtig sind. So entstand auch die Idee mit den Live-Kacheln. Statt den Leuten zu sagen, dass sie auf ein Icon mit Benachrichtigungen klicken sollen, um zu sehen, welche Information eine App liefern will, sollte die Information gleich in der Kachel angezeigt werden. Eine weitere Entscheidung bei Windows Phone sei es gewesen, alle Adressbücher des Besitzer zu vereinen, damit nicht getrennte Adressbücher für Facebook, Twitter, Skype und andere Dienste gehegt und gepflegt werden müssen. Auch alle für den Anwender wichtigen Fotos werden in Windows Phone unabhängig vom Dienst von einer zentralen Stelle erreichbar.

"Wenn man von Grund auf mit Ideen wie diesen startet, dann kommt am Ende eine schnelle, flüssige und übergangslose Erfahrung heraus, die sich um Dich dreht und nicht um Apps", so Shaw. Und dies würden bereits Millionen von Windows-Phone-Nutzer tagtäglich erleben.

"Daher verstehen wir auch, dass Facebook einen Weg sucht, um eine ähnliche Funktionalität auf eine Plattform zu bringen, die sie traurigerweise nicht besitzt", schreibt Shaw und fügt dann aber auch gleich hinzu, dass viele Android-Besitzer aber bereits wüssten, dass die Plattform bereits kompliziert genug sei, ohne dass man noch eine weitere Schicht auf bereits angepasste Varianten des OS hinzufügen müsse.

"Dementsprechend applaudieren wir Facebook, dass sie daran arbeiten, den Android-Besitzern einen Eindruck davon bieten wollen, wie ein 'personen-zentriertes' Telefon sein kann, aber wir wollen ihnen empfehlen das echte Ding zu holen und ganz einfach auf ein Windows Phone upzugraden", empfiehlt Shaw.

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