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Microsoft, Google & Co. legen NSA-Anfragen offen

04.02.2014 | 10:09 Uhr |

Microsoft, Google, Facebook und andere große US-Technologie-Unternehmen haben nun aktuelle Zahlen über die Anzahl der Geheimdienst-Anfragen offengelegt. Der Trend: Die Zahl solcher Anfragen steigt.

Die US-Geheimdienste können über das geheime Gericht FISA (U.S. Foreign Intelligence Surveillance) Anfragen zu User-Daten bei Unternehmen stellen. Die großen US-Internetunternehmen haben nun gemeinsam offengelegt, wie oft sie solche Anfragen von der FISA erhalten und diesen entsprochen haben.

Allzu genaue Details dürfen die betroffenen Unternehmen allerdings nicht verraten. Und sie müssen sich an klare Regeln halten, wie beispielsweise der, dass die Anzahl der Anfragen nur sechs Monate nach dem Ende eines Halbjahres verraten werden darf, wodurch die Unternehmen derzeit auch nur die Zahl der Anfragen für das erste Halbjahr 2013 nennen dürfen.

Die Anfragen können alle Inhalte und Informationen betreffen, die die Nutzer auf den Servern dieser Unternehmen speichern. Die Unternehmen wollen durch die Veröffentlichung der Zahlen für mehr Transparenz darüber sorgen, wie viele Anfragen bei ihnen von Regierungsbehörden aufgrund von Fragen der nationalen Sicherheit eingehen.

Die nun veröffentlichten Zahlen zeigen, dass die Anzahl der Fragen zuletzt deutlich zugenommen hat. So gingen beispielsweise bei Microsoft in der ersten Jahreshälfte 2013 zwischen 15.000 und 15.999 Anfragen der FISA bezüglich bei Microsoft gespeicherten Nutzer-Konten ein. In der zweiten Jahreshälfte 2011 lag die Zahl noch bei 11.000 bis 11.999 Anfragen.

Ein ähnliches Bild auch bei Google : Dort gingen in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres zwischen 9.000 und 9.999 Anfragen ein, während es in der ersten Jahreshälfte 2011 noch 7000 bis 7900 Anfragen waren. Facebook berichtet von zwischen 4000 bis 4999 Anfragen in der zweiten Jahreshälfte 2012 und einer Erhöhung auf 5000 bis 5999 Anfragen in der ersten Jahreshälfte 2013. Yahoo meldet Anfragen zu zwischen 30.000 und 30.999 Nutzer-Konten im ersten Halbjahr 2013. LinkedIn nennt zwischen 0 und 249 Anfragen.

Ein Geheimnis bleibt, warum die Zahl der Anfragen gestiegen sind. Eine Erklärung: Die Geheimdienste haben in der ersten Jahreshälfte 2013 eine erhöhte Neugier für die Internet-Nutzer verspürt. Eine andere Erklärung: Die Nutzung der von den Internet-Unternehmen angefragten Informationen hat generell zugenommen, weil vermehrt auf diese Quellen zurückgegriffen wird.

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