08.11.2000, 11:55

Michael Höppner

Microsoft zum dritten Mal gehackt?

Der Hacker "Dimitri" gibt an, einen Microsoft-Internetserver ein zweites Mal gehackt zu haben. Damit muss sich der Softwarehersteller zum dritten Mal innerhalb kurzer Zeit den Vorwurf gefallen lassen, seine Server nicht ausreichend gegen unberechtigtes Eindringen zu schützen. Nicht einmal die Sicherheitslücke, die das letzte Eindringen Dimitris ermöglicht hatte, war geschlossen worden.
Der Hacker "Dimitri" gibt an, einen Microsoft-Internetserver ein zweites Mal gehackt zu haben. Diesmal hinterließ er eigenen Angaben zufolge eine Nachricht mit dem Inhalt "Patching your systems is very hard, huh," (in etwa: "Eure Systeme zu flicken ist ziemlich schwer, wa?"). Eine kleinere Nachricht " MSG to Britney Spears: I loved your concert in the Netherlands." war ein Gruß an den Lieblingsstar des Hackers. Von Dimitri ist mittlerweile bekannt, dass es sich um einen 19-jährigen Schüler oder Studenten handelt. Er hatte die htm-Datei, die seine Nachricht enthielt, passenderweise " oopsididitagain.htm" benannt. Sie wurde von Microsoft-Netzwerkspezialisten am Dienstag um 22:20 MEZ entdeckt und entfernt.
"Dimitri" will die Nachricht durch die bekannte "Unicode"-Sicherheitslücke auf dem Server http://events.microsoft.com eingeschmuggelt haben. Durch die gleiche Lücke hatte er an gleicher Stelle bereits letzte Woche Zugriff auf den Server erlangt. Microsoft gab zwar an, die Lücke daraufhin geschlossen zu haben, Dimitri bezeichnet dies aber als Lüge. "Das Einzige, was sie am Freitag (nach der ersten Attacke) gemacht haben, war, meine Nachricht zu entfernen." Erst jetzt habe der Softwarehersteller reagiert und den Server ausreichend gesichert.
Damit muss Microsoft sich zum dritten Mal innerhalb kurzer Zeit den Vorwurf gefallen lassen, seine Server nicht ausreichend gegen unberechtigtes Eindringen zu schützen. Schlimmer als die beiden Zugriffe von Dimitri wiegt dabei der Diebstahl von Microsoft Sourcecode durch russische Industriespione, die Ende Oktober für längere Zeit Zugriff auf das Microsoft-Netzwerk hatten.
Ein Microsoft-Sprecher hat Dimitri eingeladen, mit dem Softwarehersteller in Dialog zu treten. "Wir wollen wissen, warum Dimitri meint, uns auf diese Weise herausfordern zu müssen." Zusätzlich zu seinem zweiten Angriff kam der junge Hacker dieser Aufforderung am Dienstag nach. (PC-WELT, 08.11.2000, meh)
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