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Microsoft will in drei Jahren Marktführer bei Smartphones sein

04.04.2006 | 16:08 Uhr |

Nach Berichten des asiatischen Magazins EETimes Asia ist es Microsofts Wunsch, innerhalb der nächsten drei Jahre Marktführer für Smartphone-Betriebssysteme zu werden. Die Ziele sind hoch gesteckt: Hauptkonkurrent Symbian hält derzeit einen Marktanteil von 76 Prozent. Kandidaten für strategische Partnerschaften dürften Microsoft ebenfalls nur in geringem Umfang zur Verfügung stehen, denn große Hersteller, wie Nokia oder Sony Ericsson setzen bislang auf Symbian. Auch der US-Konzern Motorola, der lange Zeit Smartphones mit Microsoft-Systemen herstellte, könnte in Zukunft andere Wege einschlagen. Bereits seit über zwei Jahren plant und verkauft das Unternehmen Smartphones auf Linux- (A780) oder Symbian-Basis (A1000). Mit dem Kauf des insolventen englischen Herstellers Sendo holt sich Motorola darüber hinaus zusätzliche Symbian-Erfahrung.





Microsoft möchte nach der Aussage des Vizepräsidenten der "Microsoft Mobile and Embedded Devices Division" Zhang Ya-qin dagegen enger mit Herstellern aus Asien zusammenarbeiten. Hier bietet sich in erster Linie das taiwanesische Unternehmen HTC an, das ohne mit der eigenen Marke in Erscheinung zu treten, für viele europäische Netzbetreiber Windows-Smartphones herstellt; darunter der bei T-Mobile und Vodafone erscheinende MDA IV ( VPA IV ) mit Windows Mobile 5.0 . Microsofts Strategie auf Software-Seite ist im übrigen ziemlich ausgefeilt:

Die gesamte Entwicklung von Server-, Framework- und Desktop-Software der letzten 5 Jahre stand unter dem Stern "Plattformunabhängigkeit" - zumindest aus Sicht von Microsoft-Entwicklern. Das .NET-Framework ist in der kommenden Version 2.0 ein gelungener, wenn auch oftmals von seiner Relevanz heruntergespielter Konkurrent gegen Java. Der Vorteil für Entwickler: Code, der auf dem Desktop läuft, verrichtet seine Arbeit ohne größere Modifikationen auch auf Smartphones. Bibliotheken wie Windows Forms oder Webservices stehen unter vergleichbaren APIs auch für mobile Zielplattformen zur Verfügung und lassen sich mit vielfältigen Sprachen wie C# oder VB.NET ansprechen.

Inkompatibilitäten wie sie beispielsweise MIDP2.0 mit zahlreichen JSR-Erweiterungen hervorruft, sind dank .NET fast ausgeschlossen. Die neuen Entwicklungstools, über die Visual Studio 2005 Whidbey verfügen wird, machen das Programmierern von mobilen Applikationen gerade im Hinblick auf Verteilung, Geräteunabhängigkeit und Wartbarkeit zum Kinderspiel. Usability und Handhabung von mobilen Endgeräten mit Windows-Betriebssystem gehören schon heute zum einfachsten und schnellsten, was der Markt hergibt.



Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die ausgezeichnete Versorgung von Entwicklern mit leistungsfähigen Tools Einfluss auf Bekanntheit und Reichweite einer Software haben kann. Doch müssen letztendlich die Nutzer entscheiden, ob sie ein zementiertes, geschlossenes und für Sicherheitsrisiken ständig offenes Betriebssystem auf ihren Geräten laufen lassen wollen oder doch langfristig dem Charme und der substantiellen und durchaus ansprechenden Bedienbarkeit von Symbian, UIQ und Series60/80 treu bleiben.

Mehr Informationen:
» Microsofts neues Betriebssystem Windows Mobile 5.0
» Alle Smartphones mit Windows SmartphoneOS 2003
» Channel: Windows | Symbian | Linux | PalmOS | Smartphones

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