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Microsoft will Code bei Longhorn ausdünnen

Microsoft arbeitet an verschiedenen Versionen der Server-Ausgabe von Longhorn, bei denen der Code stark ausgedünnt wird. Die einzelnen Ausgaben sollen auf spezifische Server-Anwendungen zugeschnitten werden. Das soll Kosten senken und die Anfälligkeit für Angriffe mindern. Ein Vorgeschmack auf die Desktop-Versionen?

Microsoft arbeitet an stark abgespeckten Versionen seiner Server-Ausgabe von Longhorn. Die verschiedenen Versionen sollen gezielt spezifische Server-Anwendungen bedienen. Unbenötigter Code wird dabei "ausgedünnt". Microsoft erhofft sich daraus eine Senkung der Produktkosten und eine Stärkung gegenüber Sicherheitsrisiken aus dem Internet. Dies soll den Redmondern eine bessere Marktposition gegenüber Linux-Produkten einbringen.

Die neuen so genannten "rollenbasierten" Longhorn-Produkte sollen 2007 auf den Markt kommen. Aber vorher dürften in den Programmierstätten in Redmond die Köpfe heiß laufen, denn Code kann nicht einfach so ausgedünnt werden. Schnittstellen zu Drittanbieter-Software müssen ebenso gewahrt werden, wie die Funktionalität der Programmteile untereinander.

Die Offerierung von rollenbasierten Ausgaben des Betriebssystems ist nicht neu bei Microsoft: Es gibt bereits zwei spezialisierte Serverprodukte, eines für Speicher- und eines für Webanwendungen. Jedoch wurde dabei keineswegs an Code gespart. "Diese beiden Produkte basieren auf dem Gesamtcode von Windows. Es gibt damit keine Reduzierung der Datenmasse, die Sie bekommen. Es wurden lediglich Programmteile deaktiviert.", erklärte Martin Taylor, General Manager for Platform Strategy bei Microsoft, gegenüber unseren Kollegen vom IDG News Service. Die "wirklich" abgespeckten Server-Ausgaben von Longhorn sollen zum Beispiel Anwendungen für Mail-Verkehr, Webhosting, Server-Clustering, Druck- oder Daten-Server unterstützen. Daneben soll es eine Komplett-Version von Longhorn für Server geben.

Ob die neue Betriebssystem-Strategie auch bei den für 2006 erwarteten Desktop-Versionen von Longhorn in irgendeiner Form zur Anwendung kommen wird, wollte Martin Taylor nicht sagen. In Asien gibt es bereits eine abgespeckte Version - die Windows XP Starter Edition. Diese günstigere Windows-Variante soll dort unter anderem die Raubkopierrate eindämmen.

Longhorn: Code von XP SP 2 dient als Basis (PC-WELT Online, 31.08.2004)

Jetzt offiziell: Longhorn kommt 2006 und ohne WinFS (PC-WELT Online, 28.08.2004)

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