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Microsoft wegen Excel-Funktion vor Gericht

18.05.2005 | 13:24 Uhr |

Excel kann Daten von einer Access-Datenbank abrufen und umgekehrt. Ein Entwickler aus Guatemala behauptet, dass Microsoft seine Technologie verwendet habe, um diese Funktion zu realisieren. Vor Gericht muss sich Microsoft jetzt verteidigen.

Dass sich Excel und Access so gut verstehen, ist einem Entwickler aus Guatemala ein Dorn im Auge. Laut seiner Ansicht hat Microsoft von ihm eine Technologie geklaut, mit der in einem Excel-Datenblatt Informationen aus einer Access-Datenbank abgerufen werden können und umgekehrt. Vor einem US-Gericht hat nun die Verhandlung dieses Falles begonnen.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet, beharrt der Entwickler darauf, dass er schon im Jahre 1990 den Antrag für seine Software auf ein Patent eingereicht habe, mit der Excel eine Verbindung zu Access herstellt. Zwei Jahre später habe er dann versucht, seine Software an Microsoft zu verkaufen. Microsoft habe allerdings einen Kauf abgelehnt.

Der Anwalt des Entwicklers aus Guatemala, Carlos Armando Amado, wirft Microsoft nun vor, die von seinem Mandaten entwickelte Software ohne Genehmigung seit Access 95 einzusetzen. Dadurch sei Schaden in Höhe von zwei US-Dollar pro verkauftem Exemplar der Software erstanden. Insgesamt summiert sich das Verfahren vor einem US-Bezirksgericht in Kalifornien auf rund 500 Millionen US-Dollar.

Microsofts Anwalt betonte dagegen bei Verfahrensbeginn vor Gericht, dass die Software von dem Entwickler damals nicht gekauft worden sei, weil die Redmonder mit der Entwicklung einer solchen Technologie beschäftigt waren. Die Entwicklung habe schon 1989 und damit drei Jahre vor dem Zeitpunkt begonnen, als der Kläger mit seiner Software an Microsoft herantrat. Das Verfahren soll innerhalb der nächsten zwei Wochen abgeschlossen werden.

Microsoft ist es gewohnt, wegen Patentstreitigkeiten vor Gericht erscheinen zu müssen. Derzeit, so Microsoft, seien insgesamt 35 solcher Fälle vakant.

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