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Microsoft warnt vor Linux-Einsatz

09.05.2001 | 18:15 Uhr |

Dass Microsoft gerne über Linux lästert ist normal und beruht auf Gegenseitigkeit. Ausgesprochen ungewöhnlich ist es jedoch, wenn ein Unternehmen eine komplette Web-Seite mit Kritik an einem Konkurrenten ins Netz stellt. Genau dies hat Microsoft getan.

Dass Microsoft gerne über Linux lästert ist normal und beruht auf Gegenseitigkeit. Ausgesprochen ungewöhnlich ist es jedoch, wenn ein Unternehmen eine komplette Webseite mit Kritik an einem Konkurrenten ins Netz stellt. Genau dies hat Microsoft getan.

In einem "White Paper" zählt der Redmonder Softwareriese die vermeintlichen Schwächen des ungeliebten Rivalen auf. Adressaten dieser Erörterung sind IT-Händler, aber auch für jeden Normalanwender dürften die dort geäußerten Argumente interessant sein - und sei es nur, um sich darüber aufzuregen.

"Entgegen der im Handel weit verbreiteten Meinung, ist der Einsatz des Betriebssystem Linux keinesfalls kostenfrei" lautet die Quintessenz der Attacke. "Gerätetreiber für Linux sind heute nur vereinzelt verfügbar" lautet der erste Vorwurf und weiter: "Im Vergleich zu Linux hat die Microsoft Plattform einen Vorsprung von etlichen Jahren, erfüllt sämtliche Anforderungen des Handels und liefert zusätzlich viele Gerätetreiber." Wenn es um Erfahrung mit Netzwerken und Sicherheit im Web geht, kann sich Linux allerdings auf die Erfahrungen von Unix stützen, welches es schon seit den 60er Jahren gibt.

"Weder Support noch Wartung von Linux sind kostenfrei" gibt Microsoft weiter zu bedenken. "Insgesamt stehen derzeit über 188 unterschiedliche Linux-Distributionen zur Verfügung" meint Microsoft weiter. Zählt man alle Handheld-Implementationen, Router-Software und ähnliches zusammen, mag dies auch stimmen. Für den Handel und den Verbraucher interessant sind jedoch nur eine Handvoll Distributionen, die sich zudem in der eingesetzten Software meist stark ähneln.

Auch bei Microsoft gibt es aber eine gewisse Versions-Vielfalt, die beim Umstieg von einer Windows-Version zur nächsten gewaltige Probleme bereiten kann. Wer jemals versuchte, mit seiner gesamten Hard- und Software von Windows 95 auf Windows NT umzusteigen, kann von den Versions-Konflikten und Treiberproblemen ein Lied singen.

Dass Microsoft zu folgendem Fazit kommt, ist hinsichtlich der Argumentation logisch: "...da die Zukunft von Linux sehr unklar ist, ist Microsoft als beständiges Unternehmen mit zuverlässigen langfristigen Lösungen die bessere Alternative".

Eric Engstrom, ein ehemaliger Manager von Microsoft, sieht die Stärken und Schwächen von Linux übrigens anders. Zusammen mit ehemalige Kollegen entwickelt er Software für den Linux-Server Apache. Er lässt keinen Zweifel an den Qualitäten von Linux: "Auf der Serverseite ist Linux das derzeit beste Betriebssystem. Es schleppt nicht so viel Ballast mit sich herum wie Windows".

Microsoft lästert über Linux

Die Diskussion dieses Papers unter Linux-Freaks

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