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Office 2010 soll Datei-Format-Auswahlbildschirm erhalten

07.08.2009 | 11:44 Uhr |

Nach Windows 7 will Microsoft auch Office 2010 einen Auswahlbildschirm spendieren. Einen entsprechenden Vorschlag hat Microsoft der EU-Kommission bereits unterbreitet.

Wie erst jetzt bekannt wurde, hat Microsoft den Vorschlag bereits vor zwei Wochen bei der EU-Kommission eingereicht. Während Windows-7-Nutzer im Auswahlbildschirm (Ballot Screen) über den gewünschten Browser entscheiden dürfen, soll Office-2010-Anwendern ein Auswahlbildschirm über das gewünschte Dateiformat präsentiert werden.

Im Januar 2008 hatte das European Committee for Interoperable Systems bei der EU-Kommission eine Beschwerde über Microsoft eingelegt. Der Vorwurf lautet, dass Microsoft sein eigenes Office-Format gegenüber Rivalen bevorzuge und damit andere Entwickler daran hindere Software zu entwickeln, die problemlos mit Word, Excel und den anderen Office-Applikationen zusammenarbeite. Zeitgleich hatte im Januar 2008 auch Opera Software eine Beschwerde über die Bevorzugung des Internet Explorers in Windows eingereicht.

Auf beide Beschwerden hat Microsoft nun eine Antwort gefunden: Auswahlbildschirme, die den Anwendern die Entscheidung überlassen.

Bisher hat die EU-Kommission zwar im Falle von Windows 7 nicht entschieden, ob der Browser-Auswahlbildschirm genügt, aber Microsoft ist zuversichtlich, dass die Wettbewerbshüter positiv reagieren werden. Für europäische Anwender ergäbe sich ohnehin der Vorteil, dass ihnen eine Windows-7-Fassung ohne Browser erspart bleiben würde.

Bei Office 2010 sieht der Vorschlag konkret so aus, dass allen Anwendern ein Auswahlbildschirm präsentiert wird, in dem sie entscheiden dürfen, welches Standard-Dateiformat Office 2010 künftig nutzen soll. Wie viele unterschiedliche Dateiformate aufgelistet werden sollen, ist noch unklar. Microsoft betont allerdings, dass Anwender auf jeden Fall das Format "ODF" (Open Document Format) wählen werden dürfen. Der offene Standard wurde ursprünglich von Sun entwickelt und kommt bereits in Openoffice.org zum Einsatz.

Unternehmen, die Office 2010 einsetzen wollen, will Microsoft mit dem Office Customization Tool ein Werkzeug zur Verfügung stellen, mit denen die Administratoren bequem ODF als Standardformat auf allen Rechnern festlegen können.

Wie die EU-Kommission entscheiden wird, bleibt - wie im Falle von Windows 7 - vorerst offen. Die Wettbewerbshüter haben lediglich verlauten lassen, dass die Microsoft-Vorschläge genauer untersucht werden müssen, bevor eine Entscheidung gefällt werden wird.

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