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Microsoft veröffentlicht Schnittstellen für Windows

28.08.2002 | 12:38 Uhr |

Microsoft hat wie versprochen technische Informationen über Windows für die Öffentlichkeit freigegeben. Dabei handelt es sich um bisher nicht offiziell erhältliche Details zu Programmierschnittstellen, die für Software-Entwickler wichtig sind. Die Herstellung von Middleware-Software wie zum Beispiel Browser oder Media Player durch Microsoft-fremde Unternehmen soll damit erleichtert werden.

Microsoft hat wie versprochen technische Informationen über Windows für die Öffentlichkeit freigegeben. Dabei handelt es sich um bisher nicht offiziell erhältliche Details zu Programmierschnittstellen, die für Software-Entwickler wichtig sind. Die Herstellung von Middleware-Software wie zum Beispiel Browser oder Media Player durch Microsoft-fremde Unternehmen soll damit erleichtert werden.

Microsoft sah sich bisher mit dem Vorwurf konfrontiert, bei der Entwicklung von Programmen für den Einsatz unter Windows undokumentierte Application Programming Interfaces (API) zu benutzen. Dadurch seien Microsoft-Produkte stabiler und würden besser funktionieren als Software von anderen Unternehmen, die diese verborgenen APIs nicht nutzen können. Während des Kartell-Verfahrens gegen Microsoft beschuldigten die Ankläger Microsoft, dadurch seine eigenen Middleware-Programme (Programme, die Windows ergänzen, wie beispielsweise Browser, Medien-Player oder IRC-Programme) gegenüber denen von Fremdanbietern zu bevorzugen.

Microsoft will mit der freiwilligen Veröffentlichung dieser Informationen etwas vom Druck nehmen, der auf dem Redmonder Konzern durch den Kartell-Prozess lastet. Jedem Programmierer, ob er nun zu Microsoft oder zu einem fremden Unternehmen gehört, stehen damit theoretisch die gleichen Möglichkeiten offen, wenn er Software für den Einsatz unter Windows entwickeln will. Somit müsste auf technischem Gebiet Chancengleichheit bestehen zwischen Microsoft und anderen Herstellern von Middleware wie zum Beispiel Real Networks (Real Player als Alternative zum Media Player), Netscape (für den gleichnamigen Browser als Ersatz für den Internet Explorer) oder für die Hersteller von Internet Relay Chat-Tools als Alternative für den Windows Messenger.

Unter Analysten und Experten sind die Vorteile der Veröffentlichung jedoch umstritten, zum jetzigen Zeitpunkt lasse sich noch nicht sagen, welche Auswirkungen die Freigabe haben könnte. Zudem scheinen viele der jetzt veröffentlichten Informationen zumindest Experten bereits bekannt gewesen zu sein, andererseits behielt Microsoft wichtige Details wie zum Beispiel die Behandlung des FTP-Protokolls durch den Internet Explorer für sich, wie CNET berichtet.

Die jetzt frei gegebenen Informationen stehen auf der Microsoft Developer Network (MSDN)-Website. Nach dem Erscheinen des Service Pack 1 für Windows XP soll außerdem ein Software-Development Kit (SDK) verfügbar sein.

Microsoft gibt Quellcode von Windows zum Teil frei (PC-WELT Online, 06.08.2002)

MS-Prozess: Etappensieg für Microsoft (PC-WELT Online, 03.07.2002)

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