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Microsoft verklagt die US-Regierung wegen Durchsuchungen

15.04.2016 | 14:58 Uhr |

Wegen „verfassungswidriger“ Durchsuchungen von Cloud-Daten verklagt Microsoft nun die US-Regierung.

Windows-Hersteller Microsoft hat heute beim Washington District Court Klage gegen die US-Regierung eingereicht . Stein des Anstoßes sind Durchsuchungen von Cloud Daten, über die Microsoft seine Kunden nicht informieren darf.

Liegt ein Gerichtsbeschluss vor, mit dem US-Behörden E-Mails oder in der Cloud gespeicherte Daten lesen dürfen, unterliegt Microsoft der Geheimhaltungspflicht. Das Unternehmen darf den betroffenen Kunden nicht sagen, dass ihre Daten durchsucht wurden. Gegen diese Auflage wehrt sich der Redmonder Konzern nun.

Laut Microsoft sei Abschnitt 2705(b) des Electronic Communications Privacy Act zu breit ausgelegt und gebe der Regierung zu viel Macht. Allein in den letzten 18 Monaten hätten Bundesgerichte 2.600 Geheimhaltungsbefehle gegen Microsoft ausgestellt. Damit muss der Konzern Stillschweigen bewahren, wenn Behörden Nutzerdaten einsehen. Unternehmen und Privatpersonen würden jedoch immer mehr private und empfindliche Daten in der Cloud speichern. Aus diesem Grund sei es mittlerweile unverantwortlich für Microsoft, diese Kunden nicht über Durchsuchungen zu informieren.

Noch besorgniserregender sei, dass die meisten dieser Geheimhaltungsbefehle kein Ablaufdatum enthalten. Somit sei für das Unternehmen unklar, wann es sein Schweigen für mehr Transparenz brechen dürfe. Durchsuchungsbefehle gebe es zur Genüge. Zwischen September 2014 und März 2015 habe Microsoft 5.624 von ihnen erhalten, heißt es in der Klageschrift.

Microsoft verlangt, seinen Kunden gegenüber transparenter sein zu dürfen – beispielsweise durch ein Ablaufdatum für Geheimhaltungsbefehle. Ob das Unternehmen mit seiner Klage Erfolg haben wird, bleibt allerdings abzuwarten.

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