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Microsoft verklagt Fairuse4wm-Autor

27.09.2006 | 13:18 Uhr |

Das Tool Fairuse4wm, das Microsofts DRM-Schutz aus gekauften Musik-Dateien entfernen konnte, hat für den Autor der Software ein juristisches Nachspiel - sofern dieser fassbar ist. Denn Microsoft hat gegen den Urheber von Fairuse4wm Klage eingereicht. Der Vorwurf: Urheberrechtsverletzung.

Damit online gekaufte Musikdateien nicht innerhalb kürzester Zeit bei P2P-Börsen auftauchen, auf CD gebrannt oder gar auf zehn unterschiedliche Musikplayer kopiert werden, sind die Titel mit mehr oder weniger einschränkenden DRM-Techniken geschützt. Das Tool Fairuse4wm diente nur einem Zweck, den DRM-Schutz von Windows-Media-Dateien zu entfernen. Zwischenzeitlich lieferten sich die Programmierer von Microsoft und der Macher des Tools ein Katz-und-Maus-Spiel, bei dem auf den ausgebesserten DRM-Schutz umgehend eine überarbeitete Version von Fairuse4wm folgte.

Nun hat sich Microsoft entschlossen, den Autor von Fairuse4wm wegen Urheberechtsverletzung zu verklagen. Das berichtet das Branchenmagazin Cnet . Das Unternehmen wirft dem Hacker dabei vor, für das Tool Source Code von Microsofts DRM-Technik genutzt zu haben. Wie der Hacker, der unter dem Pseudonym "Viodentia" bekannt ist, an den Code gekommen sein soll, ist aber nicht bekannt.

"Unser eigenes geistiges Eigentum wurde uns gestohlen und dazu benutzt, dieses Tool zu erstellen", zitiert Cnet Bonnie MacNaughton, Anwältin von Microsofts Rechtsabteilung. Neben der Klage gegen Unbekannt hat Microsoft dem Bericht zufolge auch eine Reihe von Websites angeschrieben, die das Tool zum Download bereitgestellt haben. In dem Brief werden die Website-Betreiber aufgefordert, das Tool von den Download-Servern zu entfernen, so Cnet. Um die wahre Identität des Hackers herauszubekommen, müsste Microsoft nun den Weg gehen, den die Musikindustrie bereits zu Genüge beschritten hat: Beispielsweise über die ISPs der Web-Seiten, bei denen das Tool zuerst angeboten wurde. Hier könnten sich Spuren wie IP-Adressen eventuell zum Hacker zurückverfolgen lassen.

Ob sich "Viodentia" allerdings derart einfach aufspüren lassen wird, sei dahingestellt. Vielmehr ist damit zu rechnen, dass er seine Spuren verschleiert hat. Allerdings will Microsoft offenbar auch direkt über Anbieter wie Yahoo und Google vorgehen, denn dort soll "Viodentia" Mail-Accounts besitzen. Hier könnten durchaus verwertbarere Informationen aufzuspüren sein.

Allerdings dürfte die Klage in den USA für den Hacker wohl nur eine Randnotiz sein. Denn wie aus einem Interview mit dem Hacker hervorgeht, dürfte "Viodentia" nicht in den USA wohnen.

Fairuse4WM: Neue Version knackt aktualisierten DRM-Schutz (PC-WELT Online, 04.09.2006)

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