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Gemeinsame Offensive gegen Scareware

30.09.2008 | 16:30 Uhr |

Die Staatsanwaltschaft des US-Bundesstaates Washington und Microsoft nehmen Anbieter so genannter Scareware aufs Korn, die Anwender mit falschen Warnmeldungen über den Windows Nachrichtendienst verunsichern.

Seit dem Service Pack 2 für Windows XP ist der Windows Nachrichtendienst standardmäßig deaktiviert, DSL-Router und viele Desktop-Firewalls blockieren Zugriffe aus dem Internet darauf. Doch immer noch setzen Spammer diesen Dienst für ihre Zwecke übers Internet ein. Sie senden irritierende Nachrichten über eine angebliche Verseuchung des Rechners, um die Anwender zum Kauf einer ebenso teuren wie nutzlosen Software, so genannter "Scareware" zu verleiten. Microsoft und der US-Bundesstaat Washington gehen nun juristisch gegen solche Anbieter vor.

Der Generalstaatsanwalt von Washington hat Klage gegen eine Firma aus Texas erhoben, die mit irreführenden Werbe-Popups viele tausend Web-Nutzer zum Kauf einer 39,95 US-Dollar teuren Software namens "Registry Cleaner XP" gedrängt haben soll. Die Meldungen über den Nachrichtendienst sollen den Eindruck erwecken, der Rechner sei "beschädigt und korrumpiert". Generalstaatsanwalt Rob McKenna hat dazu erklärt, man wolle solche betrügerischen Praktiken nicht tolerieren.

Sein Büroleiter Paula Selis ergänzt, Registry Cleaner XP finde auf jedem PC, den es untersuche, die selben 43 vorgeblichen Fehler. Wer die Vollversion des Programms kaufe, erhalte sofort die Meldung, die Probleme seien beseitigt. Das Programm wiege den Benutzer in einem trügerischen Gefühl von (tatsächlich nicht vorhandener) Sicherheit. Außerdem würden sie beim Kauf ihre Kreditkartendaten an jemanden aushändigen, der offensichtlich ein Betrüger sei.

Unabhängig davon hat Microsoft fünf Klagen gegen unbekannt eingereicht, um die Personen ausfindig zu machen, die hinter Kampagnen für weitere Scareware-Produkte stecken. Die Programme werden unter Namen wie "Antivirus 2009", "Malwarecore", "WinDefender", "WinSpywareProtect" oder "XPDefender" vermarktet. Außerdem hat Microsoft zwei schon früher eingereichte Beschwerden erweitert, die sich gegen eine Firma aus Delaware richten. Sie soll ein betrügerisches Produkt namens "Scan & Repair Utilities" vermarkten. Es werde etwa mit irreführenden Nachrichten im Instant Messenger Skype propagiert.

Die betrügerischen Sicherheitsprogramme werden auch über Websites als vorgebliche Video-Codecs verbreitet und von Trojanischen Pferden installiert, die per Mail verschickt werden. Nach den Gesetzen des Bundesstaates Washington, in dem auch Microsoft residiert, sind solche betrügerischen Handlungen mit Strafen von 100.000 US-Dollar pro Fall belegt.

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