101466

Microsoft und Interpol gehen gegen Trickbetrug im Netz vor

Microsoft und die internationale Polizeiorganisation Interpol haben weltweit eine breit angelegte Initiative gegen Trickbetrüger im Internet gestartet, die über das Web Zugangsdaten für Online-Bankkonten stehlen oder andere sensible Daten von Netzanwendern ausspähen.

Mit Unterstützung der Strafverfolgungsbehörden will Microsoft weltweit gegen das "Phishing" vorgehen und bis Ende Juni in über 100 Fällen gegen mutmaßliche Cyber-Kriminelle in Europa angehen.

"Phishing ist ein Verbrechen", sagte Neil Holloway, Präsident von Microsoft Europa, am Montag in Brüssel auf einem Workshop der Vereinigung der europäischen Internet-Serviceprovider, EuroISPA. "Es untergräbt das Vertrauen der Verbraucher in das Internet und behindert sowohl die politischen Entscheidungsträger als auch die Wirtschaft, die Nutzung von innovativen und wertvollen Internet-Diensten durch die Bürger zu fördern."

Bernhard Otupal von der High-Tech Crime Unit von Interpol, verwies darauf, das "Phisher" nicht nur Online-Bankkonten plündern, sondern auch Zugangsdaten von Mail-Konten, Auktionshäusern oder Online-Shops ausspähen. "Sie können im Extremfall die komplette Online-Identität ihres Opfers übernehmen und damit beispielsweise unter einem falschen Namen gestohlene Güter verkaufen oder Geldwäsche-Geschäfte abwickeln." Microsoft werde Interpol bei der Ausbildung der Fahnder und der Spurensicherung bei Phishing-Attacken unterstützen.

Kurt Einzinger, Vizepräsident der EuroISPA, sagte, Phishing werde nicht von alleine verschwinden. "Wir müssen mehr dagegen tun." Neben der zivil- und strafrechtlichen Verfolgung von mutmaßlichen Phishern setzen Microsoft und die Internetprovider vor allem auf eine stärkere Kontrolle der Registrierung neuer Internet-Adressen (Domains). Damit sollen betrügerische Websites, die einen zum Verwechseln ähnlichen Namen wie das Online-Angebot eines legalen Unternehmens haben, rechtzeitig entdeckt werden - noch bevor die betrügerische Site für eine Phishing-Aktion gebraucht werden kann. Gleichzeitig müsse das Problembewusstsein der Internet-Anwender geschärft werden.

Gleichzeitig will Microsoft aber auch verstärkt Sicherheitslöcher in der eigenen Software, etwa dem Internet Explorer, stopfen und den Netzanwender Werkzeuge an die Hand geben, die vor verdächtigen Websites warnen.

0 Kommentare zu diesem Artikel
101466