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Microsoft und Co. wehren sich gegen Amnesty International-Vorwürfe

03.12.2002 | 14:20 Uhr |

Eine Reihe von Technologie-Unternehmen wehrt sich gegen den Vorwurf der Menschenrechtsorganisation "Amnesty International", mit Hilfe ihrer Technologien die Internet-Zensuranstrengungen der chinesischen Regierung zu unterstützen. Darunter so namhafte Firmen wie Microsoft, Sun Microsystems und Cisco Systems.

Eine Reihe von Technologie-Unternehmen wehrt sich gegen den Vorwurf der Menschenrechtsorganisation "Amnesty International" (AI), mit Hilfe ihrer Technologien die Internet-Zensuranstrengungen der chinesischen Regierung zu unterstützen.

AI veröffentlichte letzte Woche einen Report, in dem namentlich Microsoft, Sun Microsystems, Cisco Systems, Nortel Networks und Websense als diejenigen Unternehmen genannt werden, die "wichtige Technologien zur Verfügung gestellt haben, die den chinesischen Behörden dabei hilft, das Internet zu zensieren".

Microsoft und Cisco teilten am Montag mit, dass sie lediglich Technologien bereitstellen und nicht kontrollieren, wie diese eingesetzt werden, berichtet unsere Schwesterpublikation "PC-World". "Unsere Kunden, und nicht Cisco Systems bestimmen über den Einsatz der Funktionen dieser Produkte", teilte eine Sprecherin des Unternehmens mit. Eine Sprecherin von Microsoft teilte diese Auffassung von Cisco.

Websense teilte mit, dass das Unternehmen keine Verträge mit der chinesischen Regierung habe. Das Unternehmen verkauft Internet Management Software für den Einsatz in Firmen. "Wir verkaufen unsere Software an Unternehmen, damit diese ihren Angestellten den Internetzugang zu bestimmten Seiten mit pornografischen Inhalten oder Glücksspiel-Sites verwehren können. Die chinesische Regierung gehört nicht zu unseren Kunden, aber wir werden die Vorwürfe in dem Report (von AI, Anm. d. Red.) überprüfen, um der Sache auf den Grund zu gehen", sagte Geoff Haggart, Vizepräsident bei Websense für Europa, den mittleren Osten und Afrika.

Mit dem Verweis auf verschiedene Medienberichte und die Arbeit von Greg Walton, Wissenschaftler am "International Center for Human Rights and Democracy" in Montreal, als Basis für ihre Vorwürfe nimmt AI auch das Unternehmen Nortel Networks ins Visier: "Neben anderen internationalen Firmen" soll es China mit der nötigen Technologie austatten, die der Regierung dabei hilft, "sich vom Filtern bestimmter Inhalte auf Gateway-Ebene hin zum Filtern von Inhalten auf individuellen PCs, Privatwohnungen, Internet-Cafes, Universitäten und Unternehmen zu bewegen."

In einer Erklärung im AI-Report fordert die Organisation die Unternehmen zu mehr Verantwortungsbewusstsein auf. Vor allem sollen diese Richtlinien festlegen, wie ihre Technologien genutzt werden dürfen. "In dem Maße in dem Chinas Rolle als Wirtschafts- und Handelspartner wächst, haben internationale Konzerne (...) sicherzustellen, dass ihre Technologien nicht dahingehend genutzt werden, um fundamentale Menschenrechte zu verletzen", so AI in ihrem Statement.

Amnesty International fordert Freilassung inhaftierter chinesischer Internet-Nutzer (PC-WELT Online, 27.11.2002)

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