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Virtualisierungs-Koalition gegen Vmware

23.02.2009 | 13:15 Uhr |

Pünktlich zur Vmware-Kundenkonferenz Vmworld intensivieren Citrix und Microsoft ihre Partnerschaft in Sachen Virtualisierung.

Im Rahmen der Zusammenarbeit bringt Citrix im April eine neue Suite von Virtualisierungs-Management-Tools namens "Citrix Essentials" in zwei Versionen heraus - eine für den hauseigenen "Xen Server" und eine für den Microsoft -Hypervisor "Hyper-V". Der Grund ist, dass Citrix derzeit bessere Management-Lösungen im Angebot hat als Microsoft selbst. Der Redmonder Konzern verspricht aber im Gegenzug zumindest, mit der nächsten Version seines "Systems Center" auch Xen-Server-Umgebungen zu verwalten; aktuell deckt die Lösung nur Hyper-V und Vmwares "ESX" ab. Microsoft wird außerdem "Citrix Essentials for Hyper-V" an seine weltweite Kundenbasis vermarkten.

Citrix startet überdies eine weitere Attacke gegen Vmware , indem es seinen Xen Server ab April kostenlos abgibt. Einige wenige High-end-Features des Produkts, darunter die High-Availability-Fähigkeiten, wandern zwar in "Citrix Essentials for Xen Server", aber viele der vorhandenen Möglichkeiten sind laut CTO Simon Crosby künftig kostenlos. Citrix Essentials wird für Xen Server und Hyper-V je in zwei unterschiedlich leistungsfähigen Varianten zu 1500 und 5000 Dollar pro Server angeboten.

Citrix Essentials enthält unter anderem "StorageLink" für Provisionierung und Verwaltung virtueller Maschinen in großen SANs (Storage Area Networks), "Dynamic Provisioning" für das simultane Booten tausender virtueller Maschinen von einem einzigen Master Image sowie ein neues "Lab Management", mit dem sich virtualisierte Test- und Entwicklungsumgebungen einrichten lassen. Ebenfalls enthalten ist ein grafisches Tools zur Automatisierung komplexer Management-Aufgaben. Die Essentials-Ausführung für Xen Server wird die Hochverfügbarkeits-Features erhalten, die sich aktuell noch in der "Platinum"-Edition von XenSource 5 finden. Die Microsoft-Variante muss allerdings ohne sie auskommen.

"Citrix Essentials for Hyper-V ist ein dringend nötiger Schritt, vor allem für Microsoft", befindet trotzdem Chris Wolf, Senior Analyst der Burton Group. Hyper-V werde sicher von den Storage- und Provisioning-Möglichkeiten der Citrix-Lösung profitieren, auch wenn einige Unternehmen mangels Hochverfügbarkeit möglicherweise vom produktiven Einsatz des Microsoft-Hypervisors zurückschrecken könnten.

Citrix wiederum könne von den Cross-Management-Fähigkeiten zwischen Hyper-V und XenSource profitieren. Kunden könnten schon jetzt den XenServer ausbringen in dem Wissen, dass sie später auch Hyper-V einführen und beide dann über Microsoft Systems Center managen könnten.

Citrix und Microsoft versuchen beide, den Preisvorteil ihrer Lösungen gegenüber der Infrastruktur von Vmware herauszustellen. Kunden müssten Vmware 5000 Dollar für Funktionen zahlen, die sie mit dem XenServer künftig umsonst bekämen, sagt CTO Crosby. Allerdings bietet Vmwares "Infrastructure 3" Features, die XenServer nicht bieten kann.

Microsoft seinerseits will Virtualisierung laut David Greschler, Director Systems Center Marketing, zu einer selbstverständlichen Komponente von Windows machen, so wie heute schon die Vernetzung des Betriebssystems. Das werde unter anderem den Schulungsaufwand für Anwender verringern: "Wenn sie Windows kennen, dann kennen sie auch Virtualisierung."

Citrix und Microsoft sehen jedenfalls noch jede Menge Wachstumspotenzial im Markt. "Heute haben wir eine Durchdringung von 20 bis 30 Prozent", schätzt Greschler. "Wir erwarten aber, dass diese sehr schnell zunimmt und schon sehr bald im hohen 80- bis 90-prozentigen Bereich liegen wird." ( Computerwoche /mha)

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