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Microsoft soll zweigeteilt werden

Kläger fordern umfangreiche Auflagen

Wie erwartet hat die US-Regierung am Freitag die Spaltung von Microsoft beantragt. Ein Unternehmen soll in Zukunft das Betriebssystem weiter entwickeln, das andere sich um Anwendungs- und Internetsoftware kümmern. Außerdem werden umfangreiche Auflagen gefordert, die unter anderem die Gleichstellung aller Hersteller bei Preisen und Informationen sichern sollen.

Die Einhaltung der Auflagen soll überwacht werden durch ein Kommittee. Außerdem sollen Beauftragte des Justizministeriums das Recht haben, Unterlagen einzusehen und Berichte anzufordern, um die Einhaltung der Auflagen zu prüfen.

Die Regelung soll 30 Tage nach einer Entscheidung Richter Jacksons in Kraft treten und drei Jahre gültig sein. Außerdem dürfen die beiden Teilfirmen für mindestens 10 Jahre nicht wieder fusionieren.

Die Reaktionen auf diese Vorschläge waren sehr unterschiedlich:

Microsoft sagt, unter dieser Regelung wäre die Firma nicht mehr in der Lage, eine neue Generation guter Software zu entwickeln. Bill Neukom, Vizepräsident bei Microsoft und zuständig für die Rechtsangelegenheiten, sprach sogar von einem "regulatorischen Todesurteil".

Joel Klein von der Staatsanwaltschaft ist dagegen überzeugt, dass die Aufteilung Microsofts dem Kunden wieder die freie Wahl gebe, und weder eine staatliche Stelle noch ein Monopolist entscheide, was gut für ihn sei.

Rchtsexperten hegen ganz andere Befürchtungen: Bob Schneider von der Chicagoer Kanzlei Chapman und Cutler meint, dass durch die Aufteilung zwei Riesen entstehen, die in ihrem Geschäftsfeld jeweils eine Monopolstellung haben.

Bis ein Urteil in Kraft treten kann, wird es aber noch ein bisschen dauern. Microsoft hat bereits Berufung angekündigt, und zwar sowohl gegen das zu erwartende Urteil als auch gegen die Entscheidung Richter Jacksons, dass Microsoft sein Monopol ausgenutzt habe.

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