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Microsoft schließt Skype-Büro in London - viele Entlassungen

20.09.2016 | 12:45 Uhr |

Microsoft integriert Skype fester in seine Firmenstruktur und schließt das Skype-Büro in London mit 400 Mitarbeitern.

Microsoft schließt das Londoner Büro von Skype. Knapp über die Hälfte der bisher dort beschäftigten 400 Mitarbeiter entlässt Microsoft, wie die Financial Times berichtet. The Verge berichtet konkret von 220 Entlassungen in Zusammenhang mit der Schließung der Londoner Skype-Niederlassung.

Microsoft hatte Skype 2011 gekauft. Microsoft nannte als Begründung für die Schließung, dass man einige Entwicklungspositionen bei Skype und Jammer zusammenführen wolle. Microsoft will Skype stattdessen von Redmond aus lenken und weiterentwickeln. Für die Londoner Skype-Mitarbeiter kommt der Kahlschlag anscheinend nicht überraschend. Der Financial Times zufolge haben in den letzten drei Jahren bereits einige führende Angestellte Skype stillschweigend verlassen. In Europa will Microsoft aber anscheinend noch einige kleinere Skype-Niederlassungen behalten.

Im August 2016 teilte Microsoft dann mit, dass es im vierten Quartal 2016 um die 2850 Arbeitsplätze weltweit streichen wolle – das sind vier Prozent aller Mitarbeiter weltweit. Dazu passt, dass Microsoft bereits in dieser Woche weitere 300 Jobs in Redmond streicht. Diese 220 Entlassungen bei Skype in London und die 300 in Redmond sind nur die neuesten Job-Streichungen von Microsoft. Im Mai 2016 strich Microsoft 1850 Jobs in der Smartphonesparte. Und verkaufte dabei auch gleich seine Handysparte an Foxconn. Im Juli 2015 teilte Microsoft mit, dass 7800 Mitarbeiter gehen müssen. Im Oktober 2015 folgten dann weitere 1000 Entlassungen. Im Jahr 2014 hatte Microsoft zudem schon 18.000 Mitarbeiter entlassen. Das war der größte Stellenabbau der Microsoft-Geschichte.

Skype

Skype ist eines der wenigen international wichtigen IT-Schwergewichte, das in Europa gegründet wurde. Dass Microsoft ausgerechnet bei so einem Unternehmen die Führung und Entwicklung von Europa in die USA verlegt, stärkt nicht gerade die Bedeutung von Europa für die IT-Welt.

Der Zeitpunkt erwischt die britische Metropole außerdem zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt: Nach dem Brexit-Votum denken viele große Unternehmen wie zum Beispiel Vodafone darüber nach ihren bisher in London beheimateten Firmenstandort in ein Land zu verlegen, das auch weiterhin Mitglied der EU sein wird. Das wiederum hat zur Folge, dass auch viele erfahrene und zahlungskräftige Mitarbeiter über einen Umzug nachdenken müssen – bei den Bankern spielt wohl vor allem ein Umzug von London nach Frankfurt eine Rolle.

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