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Microsoft plant eigenen Napster-Klon

12.01.2001 | 12:42 Uhr |

Der überwältigende Erfolg von Napster hat selbst die großen Software-Hersteller überrascht. Und dazu inspiriert, selbst Napster-Klone herzustellen, die diese Technologie nutzen. Auch Microsoft soll unter dem Codenamen "Farsite" eine eigene Variante vorbereiten. Allerdings nicht nur zum Austausch von MP3-Dateien, sondern als Alternative zu serverbasierten Netzwerken. Mit Hilfe von Farsite sollen bis zu 100.000 Rechner miteinander vernetzt werden können, ohne dass ein Server benötigt wird.

Der überwältigende Erfolg von Napster hat selbst die großen Software-Hersteller überrascht und dazu inspiriert, selbst Napster-Klone herzustellen, die diese Technologie nutzen. Auch Microsoft soll unter dem Codenamen "Farsite" eine eigene Variante vorbereiten.

Laut Informationen des Nachrichtenmagazins "The Register" soll es sich dabei um mehr als nur ein Forschungsprojekt handeln. Vielmehr plane Microsoft tatsächlich seinen Napster-Nachbau in Zukunft kommerziell zu nutzen.

Wie bei Napster wird auch bei "Farsite" die Peer-to-Peer-Technologie (siehe Glossar) eingesetzt werden und so den direkten Austausch von Daten zwischen Rechnern erlauben, ohne dass ein zentraler Server dazwischen geschaltet ist.

Im Gegensatz zu Napster plant Microsoft allerdings mit "Farsite" nicht einfach nur einen neuen MP3-Tauschdienst. Das Verfahren soll in erster Linie für Unternehmens-Netzwerke eingesetzt werden und bis zu 100.000 Computer miteinander verbinden, ohne dass ein Server benötigt wird.

Viele Unternehmen setzen im Netzwerkbereich Server ein, die unter anderem mit dem Windows-Konkurrenten Linux arbeiten, der im Serverbereich als äußerst zuverlässig gilt. Microsoft hätte mit "Farsite" die Möglichkeit, Rechner direkt zu verbinden und damit die Notwendigkeit eines Servers ganz zu umgehen. Die unliebsame Linux-Konkurrenz wäre damit ausgebootet.

Allerdings bleibt abzuwarten, wie es mit der Peer-to-Peer-Technologie weitergeht. Gerade die Musikbranche ist ein natürlicher Feind dieser Technologie und bombardierte den Vorreiter Napster mit zahlreichen Klagen. Ohne ein Umdenken der Musikindustrie könnte Microsoft das Verfahren nicht so ohne weiteres nutzen. Zu groß wäre die Gefahr in langwierige Gerichtsverfahren verstrickt zu werden.

Spätestens seit dem Kauf von Napster durch den Bertelsmann-Konzern macht sich allerdings ein Umdenken bei den Musikunternehmen bemerkbar. Die Musikbranche weiß, dass Peer-to-Peer eine Technologie der Zukunft ist und sucht inzwischen Wege, sie für sich zu nutzen. Gute Aussichten also auch für Microsoft. (PC-WELT, 12.01.2001, pk)

Napster Beta 9 erschienen (PC-WELT Online, 11.01.2001)

Napster: 1,76 Milliarden Songs getauscht (PC-WELT Online, 21.12.2000)

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