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Microsoft plant Zune-Verkäufe konservativ

08.12.2006 | 10:04 Uhr |

Microsoft geht davon aus, bis Juni 2007 insgesamt eine Million Zune-Player verkauft zu haben - der Player kam im November auf den US-Markt. Apples iPod benötigte für diesen Meilenstein noch 14 Monate, allerdings sind diese Zahlen nicht miteinander vergleichbar, da damals völlig andere Rahmenbedingungen herrschten.

Microsoft Pläne hinsichtlich der Verkaufszahlen seines Musikplayers Zune sind sehr konservativ. So geht der Konzern davon aus, innerhalb der ersten sechs Monate nach Erscheinen des Players eine Millionen Einheiten absetzen zu können. Schätzungen von Analysten zufolge wird Apple im selben Zeitraum 25 Millionen iPods verkaufen.

Experten wie Mike McGuire, Research Vice President bei Gartner, zeigten sich überrascht darüber, dass Microsoft von einer so geringen Zahl ausgeht. Dies gilt umso mehr, wenn man bedenkt, dass der Markt für Musikplayer weiterhin boomt. "Ich hätte ein aggressiveres Ziel erwartet", so McGuire. "Doch obwohl es konservativ ist, wird es hart werden (dieses Ziel zu erreichen, Anm. d. Red.)".

So sei aus Sicht des Analysten ein Problem, dass Microsoft lediglich eine Version des Zune-Players anbietet, während Apple (und andere Musikplayer-Hersteller) mehrere Versionen mit unterschiedlichen Funktionen oder Kapazitäten im Programm haben. Ob Zune ein Erfolg wird, werde unter anderem davon abhängen, ob Microsoft es schafft, eine Community um das Produkt aufzubauen, so McGuire. Ebenfalls wichtig sei es, dass schnell neue Funktionen und Modelle eingeführt werden.

Apples iPod benötigte 14 Monate, um die Hürde von einer Million verkaufter Einheiten zu nehmen. Ein Vergleich mit dem Zune wäre aber unseriös, denn damals (2001) herrschten vollkommen andere Rahmenbedingungen. So konnten die ersten iPods zunächst nur mit Macs verwendet werden, erst später kam die Unterstützung für Windows hinzu. Darüber hinaus war der Markt für MP3-Player damals noch in einer sehr frühen Phase.

Der Zune-Player bietet 30 GB Speicher, kann neben Musik auch Bilder und Videos wiedergeben, verfügt über einen FM-Tuner und kostet 250 US-Dollar. Über einen eigenen Marktplatz können in den USA - analog zum iTunes Music Store - Songs gekauft werden. Dieser Marktplatz ist auch der Grund, weshalb das Gerät wohl erst in einigen Monaten in Europa verfügbar sein wird, da über die Verkaufsrechte in jedem Land separat verhandelt werden muss. Erste Tests des Players waren allerdings ernüchternd. So haderten die Tester mit umständlichen und fehlerhaften Installations-Routinen, auch die (noch) fehlende Unterstützung von Vista wurde bemängelt.

Microsoft beteiligt Musikunternehmen an Zune-Verkäufen (PC-WELT Online, 09.11.2006)

Preis für Microsofts Zune-Player auf iPod-Augenhöhe - Details zum Musikdienst (PC-WELT Online, 29.09.2006)

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