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Microsoft passt Vista EU-Forderungen an

31.01.2007 | 09:55 Uhr |

Um den Forderungen der EU zu entsprechen, hat Microsoft teilweise bereits im Vorfeld der Veröffentlichung von Windows Vista einige Änderungen vorgenommen. Konkret betroffen waren dabei die Bereiche Sicherheit, Suche und Dokumenten-Formate.

Der Streit zwischen Microsoft und der EU verlagert sich mit der Veröffentlichung von Vista nun auch auf das neue Betriebssystem. Um der Wettbewerbskommission im Vorfeld den Wind aus den Segeln zu nehmen, hat der Konzern teilweise bereits im Vorfeld des Marktstarts Änderungen an Vista vorgenommen. Dies teilte Microsoft laut eines Berichts des IDG News Service am Dienstag mit. Von den Anpassungen betroffen waren laut Unternehmen in erster Linie die Bereiche Sicherheit, Suche und Dokumenten-Formate.

Eine Funktion war etwa das Windows Security Center (WSC), das Anwender einen Überblick über die installierte Sicherheits-Software und Informationen zu Firewalls und verfügbaren Updates liefert. Bei Vorfällen alarmiert das WSC den Anwender. Konkurrenz-Unternehmen und die EU-Kommission argumentierten, dass das WSC dadurch einen unfairen Vorteil gegenüber alternativer Antiviren-Software hätte. Microsoft wird nun neue APIs entwickeln, mit deren Hilfe Hersteller von Sicherheits-Software die Warnungen des WSC unterbinden können. Die neuen APIs sollen im ersten Service Pack für Vista veröffentlicht werden.

Ähnlich verhält es sich mit "Patchguard". Diese Software soll Änderungen am Kernel des Betriebssystems verhindern (64-Bit-Version). Einige Hersteller von Sicherheitslösungen benötigen für die Implementierung ihrer Programme Zugriff auf den Kernel - Patchguard hätte dies verhindert. Microsoft arbeitet nun mit diversen Herstellern zusammen, um den Kernel-Zugriff bei 64-Bit-Systemen wieder zu ermöglichen. Auch diese neuen APIs sollen mit dem ersten Service Pack für Vista ausgeliefert werden.

Auch bei der Suchfunktion unter Vista und dem Internet Explorer 7 gab es Änderungen. "Diese Änderungen stellen nun sicher, dass Anwender - über eine Reihe von Fenstern und Optionen - eine klare, bewusste und freie Entscheidung hinsichtlich ihrer voreingestellten Such-Engine treffen können", so Microsoft.

Des weiteren betroffen war das neue Dokumenten-Format XPS. "Als Antwort auf die Bedenken der Kommission hat das Unternehmen fundamentale Änderungen an der Lizenz-Struktur der XPS-Fixed-Format-Technologie vorgenommen und zugestimmt, die Technologie bei einer Einrichtung für Internationale Standards einzureichen um diesen als offenen Industrie-Standard zu übernehmen", so Microsoft. Daneben soll der XPS-Standard auch unter Lizenzbedingungen veröffentlich werden, die kein Unternehmen oder andere Lizenzmodelle (inklusive der GPL) ausschließen. "Als Antwort auch den Brief von EU-Kommissarin Kroes von März 2006 hat Microsoft eine APi entwickelt, mit deren Hilfe Software-Entwickler Anwendungen erstellen können, die es Anwendern erlauben, Dokumente im XPS-Format oder anderen Formaten zu speichern", so das Unternehmen.

Schließlich wird es in Europa noch eine Vista-Version ohne integrierten Media Player geben. Bereits bei Windows XP gab es eine solche Version, die aber im Handel und bei Verbrauchern auf wenig Gegenliebe stieß. Zu erkennen sind die um den Media Player beschnittenen Vista-Versionen am Zusatz "N".

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