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Microsoft offenbar in SCOs Angriffe gegen Linux verwickelt

11.10.2006 | 12:29 Uhr |

Der Chef des einstigen Investors Baystar Capital erklärt vor Gericht, ein Microsoft-Vice-President habe ihm Sicherheiten für eine Investition von 20 Millionen Dollar in die Unix-Company zugesagt.

Bereits früher aufgetauchte Vermutungen, Microsoft habe SCO in seinem Krieg gegen Linux finanziell zumindest indirekt munitioniert, haben sich erheblich erhärtet. Im Gerichtsverfahren der Unix-Company gegen IBM hat Lawrence Goldfarb, Gründer und Managing General Partner des Investors Baystar Capital, wie jetzt bekannt wurde, schon am 13. September eine belastende Aussage gemacht.

Unter Eid erklärte Goldfarb, der damalige Microsoft-Vice-President Richard Emerson habe ihm Sicherheiten für eine Baystar-Beteiligung an SCO in Höhe von 20 Millionen Dollar versprochen. Emerson war seit dem Jahr 2000 bei Microsoft verantwortlich für Corporate Activities, worunter auch Übernahmen, Fusionen und Partnerschaften fielen. Er berichtete direkt an Microsoft Chef Steve Ballmer. Emerson verließ Microsoft am 30. August 2003, laut Goldfarb wurde er gefeuert. Sechs Woche später investierten Baystar und die Royal Bank of Canada (RBC) 20 beziehungsweise 30 Millionen Dollar in SCO.

Baystar sorgte sich alsbald um seine Investition, so Goldfarb. Denn es sei schnell klar geworden, dass die Gelder vor allem zur Bezahlung der SCO-Anwälte aus der Kanzlei von David Boies im Verfahren gegen IBM gebraucht würden. Außerdem habe sich der SCO-Aktienkurs nicht wie erhofft entwickelt, die Firma habe Geld verbrannt und ein schlechtes Unix-Geschäft hingelegt.

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