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Microsoft legt Quellcode frei

02.02.2001 | 11:49 Uhr |

Microsoft trat auf der Konferenz "Linux-World" in New York mit einer überraschenden Mitteilung an die Öffentlichkeit: Der bisher streng gehütete Quellcode von Windows soll nun teilweise zugänglich gemacht werden.

Microsoft trat auf der Konferenz "Linux-World" in New York mit einer überraschenden Mitteilung an die Öffentlichkeit: Der bisher streng gehütete Quellcode von Windows soll nun einer ausgewählten Schar von Softwareentwicklern zugänglich gemacht werden.

Ein erster Schritt hin zu Open Source im Sinne von Linux? Mitnichten. Denn während bei Linux der gesamte Quellcode jedem Interessierten offen steht, entscheidet Microsoft wer den Windows-Code zu Gesicht bekommt und wer nicht.

In den vergangenen sechs Monaten hätten einige Hundert Programmierer Kopien des Quellcodes erhalten und dies solle fortgesetzt werden. Das bedeutet eine deutliche Erweiterung des Kreises der Auserwählten. Bisher durften nur einige wenige Microsoftpartner (Hard- und Softwareentwickler, Universitäten und Regierungsbehörden) Einblick in den Quellcode nehmen - allerdings nur auszugsweise.

Keinesfalls strebe man bei Windows eine vergleichbare Entwicklung wie bei Linux an, sagte Doug Miller diese Woche auf der Linux-World in einem Interview. Miller ist bei Microsoft der Verantwortliche für die .Net-Entwicklung. Die Herstellung der Windowsprodukte würde ausschließlich durch den Redmonder Konzern erfolgen, die "Kronjuwelen" wolle man nicht verscherbeln. Dadurch solle eine so verwirrende Zersplitterung in unzählige Distributionen wie bei Linux vermieden werden.

"Nur ein kleiner Teil der Kunden von Microsoft wolle den Quellcode ", wie Miller betonte. Sowohl Microsoft wie auch seine Kunden hätten nicht viele Open Source-Elemente gefunden, die der Nachahmung wert wären. (PC-WELT, 02.02.2001, hc)

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