2193978

Microsoft kauft 10 Millionen synthetische DNA-Stränge - zum Speichern von Daten

29.04.2016 | 14:28 Uhr |

Microsoft hat zehn Millionen künstliche DNA-Stränge gekauft. Als langlebiges Speichermaterial für digitale Daten.

Künstlich hergestellte DNA als ideales Speichermedium für Daten ist bereits seit einiger Zeit Gegenstand der Forschung. Denn die in der DNA gespeicherten Informationen können unter Umständen bis zu 2000 Jahre unbeschädigt überstehen. Zudem kann man in der DNA viel mehr Daten als auf konventionellen Speichermedien ablegen, bis zu 700 Terabytes sollen auf ein einziges Gramm passen. Langlebig und platzsparend - das sind also die großen Vorteile der DNA.

So haben vor einiger Zeit Forscher in Slowenien das bekannte "Hello World"-Computerprogramm in die DNA einer Tabak-Pflanze implantiert. Damit man Computerdaten in der DNA ablegen kann, müssen die binären Werte 0 und 1 in ein DNA-taugliches Format umgewandelt werden. Also in die DNA-Basen A, G, C und T. Daraus entstehen dann die Stränge mit der künstlichen DNA. Mit Hilfe der aus der Biologie bekannten Technik der DNA-Sequenzierung können die Daten später wieder rückentschlüsselt werden.

Auch Microsoft hat die DNA als ideales zuverlässiges Langzeitspeichermedium für riesige Datenmengen erkannt. Microsoft hat deshalb von dem in San Francisco beheimateten Startup-Unternehmen Twist Bioscience zehn Millionen künstlich hergestellte DNA-Stränge (Oligonucleotides) gekauft. Microsoft will darin nach dem oben genannten Verfahren in den DNA-Basen A, G, C und T Daten speichern. Twist Bioscience, das auch mit Forschern der University of Washington zusammenarbeitet, hat keinen Zugriff auf diese Daten.

Erste Tests mit dem Encoden und Decoden der Daten in und von künstlicher DNA sollen erfolgreich verlaufen sein. Das Unternehmen räumt aber ein, dass man noch weit von einer kommerziellen Nutzung entfernt sei.

Künstliche DNA wird übrigens auch bei der Verbrechensbekämpfung verwendet. Damit lassen sich zum Beispiel Geldscheine oder anderes potenzielles Diebesgut für den Dieb unsichtbar markieren. Anhand der nach dem Diebstahl am Dieb auffindbaren DNA-Spuren lässt er sich überführen.


0 Kommentare zu diesem Artikel
2193978