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Microsoft kämpft gegen die Nigeria Connection

17.10.2005 | 13:39 Uhr |

Microsoft will die Behörden in Nigeria im Kampf gegen Online-Betrüger unterstützen.

Die Strafverfolgungsbehörden in Nigeria erhalten Hilfe von Microsoft , um Online Betrüger besser verfolgen zu können. Microsoft hat am 14. Oktober eine Übereinkunft mit der Regierung Nigerias geschlossen. Darin vereinbaren beide Seiten, dass Microsoft Informationen liefern und Ermittler schulen wird.

Die Betrüger der so genannten " Nigeria Connection " versenden seit vielen Jahren Mails, Faxe und Briefe, in denen sie ihre Opfer mit Millionenbeträgen ködern. Mit immer neuen, frei erfundenen Geschichten vor dem Hintergrund bekannter Ereignisse behaupten sie Anwalt, Bank-Manager oder Regierungsbeamter zu sein oder geben sich als Hinterbliebene eines reichen Mannes aus.

Die Opfer sollen als Mittäter ihr Konto zur Verfügung stellen, damit eine Summe von etlichen Millionen US-Dollar (illegal) außer Landes geschafft werden kann. Auch angebliche Lotterie-Gewinne zählen zum Repertoire der Täter. Die Opfer sollen zunächst finanzielle Vorleistungen erbringen, angeblich für Gebühren oder Bestechungsgelder. Dieses Geld ist verloren - die versprochenen Millionen hat es nie gegeben.

Microsoft hat bereits in den letzten Monaten mit der nigerianischen Regierung zusammen gearbeitet. Dadurch wurden drei Internet-Provider geschlossen, die an den Betrügereien beteiligt gewesen sein sollen. Neil Holloway, Microsoft-Präsident für Europa, Afrika und den Mittleren Osten, erklärte dazu, man verspüre eine Verantwortung hier zu helfen. Microsoft werde nicht nur Informationen liefern sondern auch Ermittlungsbeamte schulen.

Nigeria hat erst vor wenigen Jahren begonnen, gegen die Betrüger vorzugehen. Nach dem entsprechenden Paragrafen des nigerianischen Strafgesetzbuchs werden diese Delikte auch als "419 Scams" bezeichnet, hierzulande spricht man von "Vorschussbetrug".

Erfolge gegen die Nigeria Connection (PC-WELT Online, 09.08.2005)

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