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Windows Server Update Services installiert Desktop-Suche

29.10.2007 | 16:15 Uhr |

Die Unternehmensversion von Windows Update hat kürzlich eine neue Fassung von Microsofts Desktop-Suche auf etlichen Firmenrechnern installiert, obwohl die Administratoren dies gar nicht vorgesehen hatten.

In der letzten Woche sind in Support-Foren Berichte von Administratoren aufgetaucht, WSUS (Windows Server Update Services) habe in ihren Unternehmen eine neue Version der Windows Desktop-Suche (WDS) auf PCs installiert, auf denen dies gar nicht vorgesehen sei. Microsoft hat diese Berichte umgehend zurück gewiesen, jedoch noch am gleichen Tag einen Rückzieher gemacht und sich entschuldigt.

Nach Darstellung von Microsoft-Managerin Bobbie Harder habe Microsoft ein ursprünglich als optional ausgewiesenes Update-Paket für WDS überarbeitet. Das ursprüngliche Installationspaket für die Desktop-Suche für Windows XP und Server 2003 sei in den gemeldeten Fällen von den Admins zwar für ausgewählte Maschinen frei gegeben worden, sei jedoch nur installiert worden, wenn es für eine Gruppe von Rechnern ausdrücklich ausgewählt wurde.

Microsoft habe dieses Update-Paket überarbeitet und die neue Fassung in der letzten Woche bereit gestellt, versucht Harder den unverständlichen Hergang im Blog des WSUS-Teams zu erklären. Dabei sei der Anwendungsfokus des Installationspakets verbreitert worden, wodurch das WDS-Update auf allen PCs installiert worden sei - auch wenn zuvor keine Desktop-Suche vorhanden gewesen sei.

Aufgefallen waren den Admins zunächst die Klagen zahlreicher Anwender in ihren Unternehmen, die Rechner wären so langsam geworden. Daraufhin angestrengte Untersuchungen ergaben, dass die Ressourcen-intensive Indexerstellung der unbemerkt installierten Desktop-Suche die Computer ausbremste.

Bobbie Harder hatte zunächst die Vorgehensweise Microsofts verteidigt und lediglich zugestanden, es könnte der falsche Eindruck entstanden sein, das Update sei ohne Freigabe durch die Admins installiert worden. Sie musste jedoch bald eingestehen, dass Microsoft ein Fehler unterlaufen war. Das Update-Paket wurde umgehend von den WSUS-Servern entfernt. Harder versichert, ihr Team werde die internen Bereitstellungprozesse für WSUS verbessern, damit sich ein solcher Vorfall nicht wiederholen könne.

Einige betroffene Admins sind jedoch offenbar nicht bereit ihre Geschichte zu kaufen. Sie berichten in den Foren, in ihren Unternehmen sei definitiv niemals ein Installationspaket für WDS frei gegeben worden. Das bislang vorhandene Vertrauen in WSUS habe jedenfalls unter diesem Vorfall gelitten.

In den letzten Wochen sind bereits mehrere Vorfälle bekannt geworden, in denen Updates ohne Wissen und Zustimmung der PC-Eigner für heftige Irritationen in der Windows-Gemeinde gesorgt haben.

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