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Microsoft geht gegen Phisher vor

24.11.2006 | 14:35 Uhr |

Microsoft hat in Zusammenhang mit betrügerischen Webseiten eine Reihe von Verfahren eingeläutet. In der Türkei kam es zu 50 Anzeigen, 28 wurden in Deutschland und 11 in Frankreich gestellt. Rechtliche Schritte erfolgten auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Italien, Marokko, den Niederlanden und in Großbritannien.

Microsoft hat nach mehrmonatigen Ermittlungen beinahe 100 Gerichtsverfahren in Europa und auch im Nahen Osten angestrengt. Die Anzeigen richten sich alle gegen Personen, die versucht haben, Log-in- und Passwörter von Nutzern in die Hände zu bekommen, indem sie falsche Hotmail und MSN.Com Log-in-Seiten ins Netz stellten. Dies erklärte Jean-Christophe Le Toquin, ein Anwalt von Microsoft. Insgesamt wurden über 250 Webseiten unter die Lupe genommen.

Den Ermittlungen zugrunde liegt Microsofts so genanntes "Global Phishing Enforcement Program", das im März ins Leben gerufen wurde. Es zielt darauf ab, Kriminellen Einhalt zu gebieten, die mit gefälschten Webseiten versuchen, sensible Daten von Nutzern abzugreifen. Um Phishing-Seiten zu entdecken, nutzt Microsoft hauseigene Technologie zum Spidern des WWW.

Wenn Ermittler eine Phishing-Site finden, kommt es entweder direkt zu einer Anzeige oder die Informationen werden an die zuständigen Behörden zwecks weiterer Schritte übergeben, Dies ist jeweils abhängig davon wie die Bestimmungen in dem jeweiligen Land aussehen, erklärt Le Toquin.

Im Zuge der jetzt erfolgten Ermittlungen kam es neben Anzeigen auch zu einer Handvoll außergerichtlicher Einigungen. So geschehen bei vier Phishern aus Frankreich und Norwegen, im Alter zwischen 16 und 20 Jahren. Die in Frankreich beheimateten hätten dabei jeweils knapp 2600 US-Dollar als Strafe zahlen müssen.

Microsoft wird seine Ermittlungen eigenen Angaben zufolge fortsetzen. Man will sich insbesondere auf Phishing-Sites konzentrieren, die sehr fortschrittliche Methoden verwenden - wohl deshalb, weil diese um einiges professioneller gestaltet sind und Nutzer noch eher darauf reinfallen.

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